Zwei-Staaten-Lösung
Palästinenser erkennen Israel indirekt an

Am Dienstag haben sich die rivalisierenden Palästinensergruppen Fatah und Hamas grundsätzlich auf eine Zwei-Staaten-Lösung im Konflikt mit Israel geeinigt. Derweil entwickelt sich das Tauziehen um einen verschleppten Soldaten zu einem Nervenkrieg.

HB GAZA/TEL AVIV. Ein entsprechendes Dokument sei von den führenden Gruppen angenommen worden, sagten Palästinenservertreter. Präsident Mahmud Abbas hatte sich seit Wochen um die Zustimmung der Hamas zu einem Dokument bemüht, das einen palästinensischen Staat an der Seite Israels fordert. Abbas sieht die Vorlage als Möglichkeit, die Sanktionen vieler Staaten der internationalen Gemeinschaft gegen die Hamas-geführte palästinensische Regierung zu beenden.

Fatah-Vertreter Ibrahim Abu Nadscha sagte, Palästinenserpräsident Mahmud Abbas müsse nun ein gemeinsames Papier der Fraktionen unterzeichnen. Eine offizielle Mitteilung werde am Abend erwartet.

Abbas hatte mehrfach erklärt, die von ihm für den 26. Juli angesetzte Volksabstimmung könne ausgesetzt werden, sollten sich die Fraktionen vorher auf dem Verhandlungswege einigen. Die so genannte Häftlingsvereinbarung war von einer Reihe in israelischer Haft sitzender Palästinenserführer ausgearbeitet worden. Sie gilt als indirekte Anerkennung Israels, die Hamas bisher verweigert hatte.

Nervenkrieg um verschleppten Soldaten

Nach der Verschleppung des israelischen Soldaten Gilad Schalit in den Gazastreifen tickt unterdessen die Uhr für einen groß angelegten Militärschlag. Im Grenzgebiet ist eine israelische Streitmacht in Position gegangen, seit ein palästinensisches Kommando den 19-jährigen Hauptgefreiten am Sonntag aus einem Kampfpanzer entführt und zwei weitere Soldaten getötet hat. Auf palästinensischer Seite werden in Erwartung eines Angriffs bereits Barrikaden errichtet.

Israelische Spezialeinheiten zur Geiselbefreiung stehen bereit. Doch bisher wissen die Israelis noch nicht einmal, wo im Gewirr der Straßenzüge ihr Soldat festgehalten wird. Der Militärgeheimdienst vermutet den Entführten im Süden des Palästinensergebietes in einem Flüchtlingslager. Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert verlangt die bedingungslose Freilassung und warnt, die Zeit laufe ab.

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