Zwei Verletzte
Sarin-Geschoss im Irak explodiert

Das US-Militär hat vor einigen Tagen nach eigenen Angaben im Irak ein Artilleriegeschoss mit dem Nervengas Sarin gefunden. Das Geschoss sei explodiert und habe dabei eine geringe Menge des Kampfstoffes freigesetzt, sagte Militärsprecher Mark Kimmitt am Montag in Bagdad.

HB BAGDAD. Das 155-Millimeter-Geschoss sei in der Nähe von einem US-Militärkonvoi entdeckt worden und war in einer Tasche versteckt. Es habe wie ein herkömmlicher Sprengsatz ausgesehen, sagte Kimmitt. Es war das erste Mal, dass das US-Militär von einem Fund von Massenvernichtungswaffen berichtete. Die USA hatten dem Irak unter dem gestürzten Präsidenten Saddam Hussein vorgeworfen, Massenvernichtungswaffen zu besitzen und damit den Krieg begründet. Gefunden wurden solche Waffen bislang allerdings nicht.

Das Geschoss habe wie ein Sprengsatz ausgesehen, die häufig am Straßenrand versteckt werden, sagte Kimmitt. „Die Explosion ereignete sich, bevor der Sprengsatz entschärft werden konnte.“ Zwei Angehörige des Bombenentschärfungsteams seien behandelt worden, weil sie der Substanz ausgesetzt gewesen seien. Mit am Straßenrand versteckten Sprengsätzen greifen Aufständische häufig US-Konvois an.

Das Geschoss sei so konstruiert gewesen, dass die Chemikalien für das Sarin im Flug gemischt werden, sagte Kimmitt. Es gehöre zu den Waffen, die die Saddam-Regierung angeblich vor dem Golf-Krieg 1991 vernichtet habe. „Es ist eine Waffe, von der wir glauben, dass sie aus dem Bestand zu Zeiten des Ex-Regimes stammt. Es wurde angenommen, dass es sich um ein gewöhnliches Artilleriegeschoss handelt, dass wie ein gewöhnlicher Sprengsatz explodieren sollte. ... Als es explodierte, wies alles darauf hin, dass es tatsächlich Sarin enthalten hat.“

Nach dem Ende es Golf-Krieges 1991 hatten UNO-Inspektionen im Irak ergeben, dass dort große Mengen an Nervengift hergestellt worden waren.

Die USA hatten im März vergangenen Jahres den Krieg gegen den Irak begonnen und Saddam vorgeworfen, er habe biologische und chemische Waffen besessen und sich um Atomwaffen bemüht. Dass solche Waffen bislang nicht gefunden wurden, hat die USA und ihren engsten Verbündeten Großbritannien unter erheblichen Druck gesetzt.

Mit Sarin hatte die japanische Aum-Sekte im März 1995 einen Anschlag auf die Tokioter U-Bahn verübt. Zwölf Menschen waren dabei ums Leben gekommen und mehr als 5500 verletzt worden. Der Anschlag hatte damals weltweit Besorgnis darüber ausgelöst, wie leicht chemische Massenvernichtungsmittel hergestellt beziehungsweise beschafft werden können.

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