Zweifel am geplanten Wahltermin
Taliban enthaupten christlichen Missionar

Ein christlicher Missionar ist in der südostafghanischen Provinz Ghasni von der Taliban enthauptet worden. „Wir haben ihn geköpft, um andere davor zu warnen, Muslime zum Christentum zu bekehren“, sagte ein Taliban-Sprecher.

HB KABUL. Taliban-Sprecher Mufti Abdul Latif Hakimi sagte am Donnerstagabend, der ehemals muslimische Afghane sei von den Amerikanern dafür bezahlt worden, Muslime zum Christentum zu bekehren. Die Rebellen hätten im Haus des Mannes „verdächtige Bücher“ gefunden und ihn mitgenommen. „Wir haben ihn geköpft, um andere davor zu warnen, Muslime zum Christentum zu bekehren.“

Die bereits von Juni auf September verschobenen ersten freien Wahlen in Afghanistan müssen möglicherweise erneut verschoben werden. Ein Sprecher der Wahlbehörde, Aykut Tavsel, sagte, die Wahlen könnten möglicherweise erst im Oktober stattfinden. Damit wird der Spielraum für einen Wahltermin immer enger. Am 17. Oktober beginnt der muslimische Fastenmonat Ramadan, anschließend bricht der Winter ein. Wahlen gelten dann als nicht mehr möglich.

Angesichts der sich verschlechternden Sicherheitslage sind in der jüngsten Vergangenheit zunehmend Zweifel daran aufgekommen, ob der für September geplante Wahltermin zu halten ist. Die Taliban haben angekündigt, die Wahlen mit Anschlägen zu sabotieren. Zudem kommt nach Angaben der Vereinten Nationen in Afghanistan die Entwaffnung der Milizen viel zu langsam voran.

Die spanische Regierung kündigte unterdessen an, die Zahl der in Afghanistan stationierten Soldaten vorübergehend mehr als zu verdoppeln. Zu den Wahlen sollen fast 600 Mann zusätzlich in das Land geschickt werden, sagte Verteidigungsminister José Bono. Nach dem Abzug seiner 1 300 Soldaten aus dem Irak hatte Spanien angekündigt, sich stärker in Afghanistan zu engagieren.

Bei Zusammenstößen zwischen afghanischen und amerikanischen Truppen mit Taliban-Kämpfern starben in der südostafghanischen Provinz Zabul nach offiziellen afghanischen Angaben vier Rebellen. Taliban-Sprecher Hakimi sagte dagegen, die Rebellen hätten zehn afghanische Soldaten getötet. In der südafghanischen Provinz Kandahar hätten Rebellen außerdem zwei hochrangige Polizeioffiziere erschossen. Die Behörden in Kandahar wiesen das als falsch zurück.

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