Zweifel am Sprengstoffplan
Weitere Terrorverdächtige in London angeklagt

Drei Wochen nach der Aufdeckung eines mutmaßlichen Terror-Komplotts haben die britischen Behörden Anklage gegen drei weitere Verdächtige erhoben. Sie sollen Sprengstoffanschläge auf US-Flügen geplant haben. Doch bei Experten mehren sich die Zweifel.

HB LONDON. Den Angeklagten wird die Vorbereitung von Mordanschlägen zur Last gelegt, teilte Scotland Yard am Mittwoch mit. Wegen der mutmaßlichen Anschlagspläne gegen Passagierflugzeuge waren in Großbritannien insgesamt 24 Verdächtige aus dem radikal- islamischen Milieu festgenommen worden. Gegen 14 wurde bislang Anklage erhoben. Einen Termin für den Prozessbeginn gibt es noch nicht.

Nach den Ermittlungen von Scotland Yard wollten die Verdächtigen Sprengstoff an Bord von bis zu zehn Passagierflugzeugen schmuggeln, dort zu Bomben zusammenbauen und die Maschinen dann beim Flug über den Atlantik explodieren lassen. Dabei wären - so das schlimmste Szenario - an Bord der Flugzeuge möglicherweise mehr als 3000 Menschen ums Leben gekommen.

Allerdings gibt es Experten, die daran zweifeln, dass ein solcher Plan umsetzbar gewesen wäre. Der britische Waffen-Sachverständige Nigel Wylde sagte dem Hamburger Magazin „Stern“, das Mischen der Chemikalien sei nur bei einer Temperatur von Null Grad Celsius möglich. Zudem hätte es an Bord viele Stunden gedauert und starken Gestank verursacht. „Entweder die Sicherheitskräfte haben ganz andere Erkenntnisse oder sie haben eine Gruppe junger Menschen auffliegen lassen, die zwar dachten, sie könnten Tausende töten, es aber nie vermocht hätten.“

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