Zweifel an offizieller Darstellung des Vorfalls: Italien ermittelt im Fall Sgrena

Zweifel an offizieller Darstellung des Vorfalls
Italien ermittelt im Fall Sgrena

HB BERLIN. Nach der Freilassung der Journalistin Giuliana Sgrena ermittelt die römische Staatsanwaltschaft wegen Todschlags an dem Geheimdienstler Nicola Calipari. Dieser war in Bagdad gemeinsam mit der Reporterin auf dem Weg zum Flughafen, als das Fahrzeug an einem US-Kontrollpunkt unter Beschuss geriet. Der Agent wurde getötet, Sgrena erlitt Verletzungen.

Wie es zu dem Zwischenfall kommen konnte, ist noch unklar. Die US-Armee behauptet, der Fahrer des Wagens habe eine Aufforderung zum Anhalten trotz mehrerer Warnsignale ignoriert. Erst danach hätten die Soldaten gezielt gefeuert. Sgrena sprach dagegen von einem völlig grundlosen Beschuss.

In Italien wurden auch Vorwürfe erhoben, nach denen es sich um einen Hinterhalt gehandelt haben soll. Der italienische Geheimdienst wies dies zurück. «Die Amerikaner hätten niemals absichtlich einen Agenten der italienischen Spezialeinheiten getötet und dadurch die Zusammenarbeit zwischen den amerikanischen und den italienischen Diensten aufs Spiel gesetzt», zitierte die Zeitung «Il Messaggero» am Sonntag italienische Geheimdienstkreise.

Auch der Chefredakteur der Wochenzeitung «Die Zeit», für die die Reporterin schreibt, äußerte Zweifel an der offiziellen Darstellung des Zwischenfalls bei der Befreiung von Sgrena. «Wir als Journalisten dürfen uns nicht auf die offizielle Darstellung verlassen», sagte Giovanni di Lorenzo der «Bild am Sonntag». «Es klingt doch absurd, dass angeblich in mehreren Phasen alles getan worden ist, um das Fahrzeug zu warnen, und dann wird einfach geschossen.»

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