Zweifel des IWF: Hoffnungen auf Griechenland-Rettung schwinden

Zweifel des IWF
Hoffnungen auf Griechenland-Rettung schwinden

Griechenland kämpft verzweifelt gegen die Staatspleite. Doch reichen die bisherigen Sanierungspläne aus? Der IWF glaubt einem Medienbericht zufolge nicht mehr, dass das Land mit der bisherigen Strategie zu retten ist.
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AthenFür Griechenland wird es immer enger. Eine Woche vor neuen Kontrollen der internationalen Geldgeber mehren sich die Zweifel, ob die bislang geplanten Sanierungspläne im Kampf gegen die Staatspleite ausreichen. Wie der „Spiegel“ am Wochenende berichtete, glaubt der Internationale Währungsfonds (IWF) als einer der Haupt-Geldgeber nicht, dass Griechenland auf Basis der bisherigen Pläne seine Schulden dauerhaft tragen könne. Der IWF gehört neben der Europäischen Zentralbank (EZB) und der EU-Kommission zur sogenannten „Troika“.

Die „Troika“ wird Angaben des griechischen Finanzministeriums zufolge am 16. Januar für die neue Kontrolle der Bücher und der Sparfortschritte Athens erwartet. Diesmal gehe es nicht nur um die nächste Tranche des ersten Hilfspakets für Griechenland. Die nächste Tranche aus dem ersten Hilfspaket über insgesamt 110 Milliarden Euro soll Griechenland im März erhalten. Die Hilfen sind an Reformauflagen gebunden, die Papademos gegen den erbitterten Widerstand von Gewerkschaften durchsetzen muss. Vorgesehen sind etwa eine Steuer- und Justizreform sowie Rentenkürzungen.

Im Mittelpunkt der nächsten "Troika-Mission" werde Mitte Januar das neue Hilfspaket in Höhe von 130 Milliarden Euro von EU und IWF stehen. Die IWF-Experten wollen laut „Spiegel“ wichtige Eckwerte des Rettungspakets an die verschlechterte Wirtschaftssituation anpassen. Laut einem internen IWF-Vermerk solle Griechenland entweder einen höheren Konsolidierungsbeitrag leisten, die privaten Gläubiger auf einen höheren Anteil ihrer Forderungen verzichten oder die Euro-Staaten sich mit einem höheren Beitrag beteiligen. Der IWF kritisiere zudem, die Fortschritte in Athen beim Eintreiben von Steuern und die Erlöse aus Privatisierungen lägen unter den Erwartungen.

Unterdessen wächst in Griechenland die Sorge um die Zukunft. Die nächsten Monate seien entscheidend, hieß es am Wochenende in der griechischen Presse. Die Athener Sonntagszeitung „To Vima“ etwa schrieb, bis März werde das Land „auf die Probe gestellt.“ Der Wirtschaftswissenschaftler Clemens Fuest sagte in einem Interview mit dem Blatt, der geplante Schuldenschnitt reiche nicht aus. „Nach meiner Einschätzung ist Griechenland bereits zahlungsunfähig“, sagte der Professor, der auch das Bundesfinanzministerium berät.

Die konservative Zeitung „Kathimerini“ sprach von „gefährlichen Verspätungen und Aufschüben“ und kommentierte: „Wenn wir nicht untergehen wollen, dann müssen wir Eintracht haben und kooperieren.“ Griechenland hofft auf eine Einigung mit den Banken und Versicherern über einen freiwilligen Schuldenschnitt für das pleitebedrohte Euro-Land noch im Januar. Für die Monatsmitte werde ein Abschluss der Verhandlungen erwartet, hatten Quellen aus dem Finanzministerium in Athen der Nachrichtenagentur dpa am Freitag gesagt.

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Papademos warnt vor einer unkontrollierbaren Staatspleite

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  • "Hoffnungen auf Griechenland-Rettung schwinden."

    Welche Hoffnungen, es hat auf breiter Vernunftebene nie Hoffnungen gegeben.
    Jedem normal rechnenden Menschen ist seit mehr als zwei Jahren klar das Griechenland absolut pleite ist und nur durch Euroaustritt und eigener Währung zu retten ist.

    Zudem wurden und werden mit den "versickernden" Milliarden der Rettungs(fall)schirme ohnehin nicht Griechenland unterstützt sondern deren Schuldner gemästet!

    Lediglich die EU will um der eigenen Macht Willen und ihrem Verfall vorzubeugen diese Konkursverschleppung auf Kosten der deutschen Steuerzahler immer weiter fortführen!

    Und was macht die Presse?
    Die unterstützt diese miesen politischen Machenschaften a`la Sozialismus indem sie alle drei Monate, also jedes Mal wenn die nächste Griechen-Rate aus veruntreuten deutschen Steuergeldern fällig ist, den Mist der seit mehr als zwei Jahren Fakt ist wieder medial aufkocht und den Zustand darstellt als sei die aussichtslose Lage in Griechenland gerade erst festgestellt worden.

    Verehrte Medien, Ihr wollt die vierte Macht im Staate sein?
    Dann deckt endlich mal den ganzen EU-Müll auf und berichtet Tacheles wohin uns dieser ganze Neusozialismus der EUDSSR führen wird! Eins ist den meisten Menschen mittlerweile klar, es wird nicht die solidarische „Frieden-und-Wohlstand-für-alle-Fete“ unter deren Motto uns diese Brüsseler Diktatur untergeschoben wird. Wann berichtet ihr also endlich mal korrekt und knallhart aufdeckend über diesen sinnfreien EU-Müll mit seinem permanent fortschreitenden Demokratieabbau.
    Das sie Südländer pleite sind wissen die Bürger schon selbst!

  • Wegen der jetzt fast auf ein realistisches Niveau gesunkener Euro werden die Gewinne die Großkonzernen im Euroraum machen wieder im Euroraum reinvestiert werden müssen.
    Auch weil, wegen des Wechselkurs des Euro, Importe aus Nichteuroländer teurer werden, kaufen wir mehr Produkte Made in Euroland und importieren weniger.
    Das wird sich auch auf die Arbeitslosigkeit in den Krisenländern mit hoher Arbeitslosigkeit positiv auswirken (Spanien und Portugal 40% Jugendarbeitslosigkeit) und folglich auch auf deren Schulden weil die Sozialausgaben sinken und die Steuereinnahmen zu nehmen.
    Deutsche Weltkonzerne, weil stark im Nichteuroausland engagiert, haben ein unpatriotisches Interesse daran dass der Euro stark bleibt. Sie können dadurch billig im Nichteuroausland produzieren und den Euroraum damit überfluten. Dies mit riesigen Gewinne aber zum Nachteil der schwächeren Eurowirtschaften.

  • @Es_reicht

    Mamma, Mamma, der Junge, den ich ständig beleidige und anspucke, der hat es gewagt zurück zu spucken!! Mamma, das ist gemein, wieso darf er das? das ist doch nicht gerecht, oder Mamma?

    Auge um Auge, Zahn um Zahn - wir sind keine Juden, Du hehrer Deutscher! Kehr in deinem eigenen Haus bevor du ein ganzes Volk beleidigst!

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