Zweitägiger Besuch in Oslo
Köhler fordert „europäische Inventur“

Angesichts der schweren Krise in der EU hat Bundespräsident Horst Köhler eine „europäische Inventur“ gefordert. Am ersten Tag eines Norwegens-Besuchs sagte Köhler am Montag in Oslo vor der deutsch-norwegischen Handelskammer, nach Ablehnung der EU-Verfassung bei Referenden in Frankreich und den Niederlanden dürfe es kein „Weiter so!“ geben.

HB OSLO. Nach, sagte Köhler am ersten Tag eines Norwegen-Besuchs am Montag in Oslo vor der deutsch- norwegischen Handelskammer. Gleichzeitig widersprach er der Auffassung von Kritikern, das europäische Projekt sei gescheitert.

„Europa hat Zukunft“, betonte der Bundespräsident. Zuvor hatte der die deutsch-norwegischen Beziehungen als sehr gut gewürdigt. Nach einem Treffen mit Ministerpräsident Kjell Magne Bondevik bezeichnete er Norwegen als ein sehr erfolgreiches Land. Bondevik würdigte Deutschland als eine starke Industrienation, die eine bedeutende internationale Rolle spiele.

Anlass von Köhlers zweitägigem Besuch auf Einladung Bondeviks ist das 100-jährige Bestehen des Königreichs Norwegen, das sich 1905 aus der Union mit Schweden löste. Zum Auftakt der Reise war Köhler zu einem Mittagessen mit König Harald V. zusammengetroffen.

Am Nachmittag zeichneten Köhler und Bondevik den frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsident und SPD-Vorsitzende Björn Engholm sowie den früheren norwegischen Ministerpräsidenten Kare Willoch mit dem Willy-Brandt-Preis aus. Der frühere norwegische Außenminister Thorvald Stoltenberg würdigte Engholm als einen der Väter der Ostseezusammenarbeit und „Visionär des Nordens“. Engholm hob die Bedeutung der kulturellen Zusammenarbeit hervor.

Der Preis wurde zum sechsten Mal verliehen. Die nach dem früheren Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger benannte norwegisch- deutsche Stiftung will mit der Auszeichnung zum Verständnis zwischen beiden Ländern beitragen. Der Nazi-Gegner Brandt war in den 1930er Jahren als Emigrant nach Norwegen gegangen.

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