Zweite Runde der Präsidentschaftswahl am Freitag
Iraner entscheiden über Zukunft der Welt

Nach der ersten Runde der Präsidentenwahl im Iran steht das Land vor einer Richtungsentscheidung: Am kommenden Freitag treten der moderat-konservative Akbar Haschemi Rafsandschani und der erzkonservative Mahmud Ahmadinedschaf in einer Stichwahl gegeneinander an.

HB TEHERAN. Rafsandschani musste sich in der ersten Runde mit knapp 22 Prozent begnügen, obwohl er am Wahltag noch mit einem klaren Sieg gerechnet hatte. Aber dass er nun in der Stichwahl gegen einen politischen Nobody antreten muss, damit hatten weder der 70-jährige Kleriker noch die meisten politischen Beobachter gerechnet. Der Konkurrent heißt Mahmud Ahmadi-Nedschad und erhielt aus dem Stand 19,5 Prozent der Stimmen. Der 1956 geborene Bürgermeister von Teheran ist ein Hardliner, der aus seinen erzkonservativen Ansichten nie einen Hehl gemacht hat.

Während Rafsandschani im Wahlkampf bessere Beziehungen des Landes zum Westen und mehr Freiheit für den Einzelnen versprochen hatte, steht Adhmadinedschad für den Kampf gegen die Armut und die strikte Bewahrung islamischer Werte. Die Entscheidung zwischen beiden Kandidaten könnte die Kluft zwischen den reicheren Städten und dem verarmten Hinterland des Iran vergrößern.

Ein Sieg von Ahmadi-Nedschad in der Stichwahl könnte vor allem außenpolitisch ernsthafte Konsequenzen haben. Im Gegensatz zu Rafsandschani hält der Kriegsveteran Ahmadi-Nedschad weder etwas von Verhandlungen mit dem Erzfeind USA, noch wäre er bereit, sich im Atomstreit auf lange Diskussionen einzulassen. Der Iran steht unter dem Druck der Vereinten Nationen, sein Atomprogramm offen zu legen und den Verdacht auszuräumen, nach Atomwaffen zu streben. Dagegen will der 70-jährige Rafsandschani, der schon zwischen 1989 und 1997 Präsident war, für Entspannung sorgen. Auch mit dem Erzfeind USA will er reden.

Rafsandschani ist Favorit für die Stichwahl, wo er im Gegensatz zur ersten Runde nur eine einfache Mehrheit braucht. Ahmad-Nedschad hat die Wahl aber noch keineswegs abgeschrieben. Im Großraum Teheran hatte der Bürgermeister bei der ersten Runde einen Vorsprung von 200 000 Stimmen. Er feuerte seine Anhänger für die Stichwahl an: „Nur der halbe Weg ist zurückgelegt, die andere Hälfte dann am Freitag.“

Seite 1:

Iraner entscheiden über Zukunft der Welt

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%