Zweiter Schuldenschnitt
Öffentliche Gläubiger könnten auf Griechen-Forderungen verzichten

Angeblich wird derzeit ein zweiter Schuldenschnitt diskutiert, der Griechenlands Verbleib in der Euro-Zone sichern soll. Die Schuldenlast solle durch Abschreibungen bei öffentlichen Gläubigern weiter verringert werden.
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BrüsselIn der Euro-Zone werden nach Angaben aus ranghohen Kreisen Optionen geprüft, Griechenland mit einem weiteren Schuldenschnitt eine letzte Chance zum Verbleib in der Währungsunion zu sichern. Dazu werde eine Abschreibung der Verbindlichkeiten des südeuropäischen Euro-Landes bei öffentlichen Gläubigern von 30 Prozent erwogen, berichteten mit den Gesprächen Vertraute am Freitag.

Dadurch solle die Schuldenlast des von der Pleite bedrohten Landes um 70 bis 100 Milliarden Euro verringert werden. Das würde bedeuten, dass sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch nationale Notenbanken Abschreibungen auf griechische Anleihen hinnehmen müssten. Dadurch könnte sich Rekapitalisierungsbedarf bei der EZB und einigen Notenbanken ergeben. Die EZB lehnte jeden Kommentar dazu ab.

Privatgläubiger wurden bereits im Februar durch einen Schuldenschnitt auf griechische Anleihen zu massiven Abschreibungen gezwungen. Das war die Voraussetzung für das zweite Griechenland-Hilfspaket. Ein Schuldenschnitt bei öffentlichen Gläubigern wurde damals aus politischen Gründen verworfen.

„Der größte Fehler war, dass wir keinen Haircut für griechische Staatsanleihen hinbekommen haben, die in den Portfolios der nationalen Notenbanken liegen", sagte ein an den Planspielen Beteiligter. Der erste Schuldenschnitt reichte aber nicht aus, um das Land wieder auf einen Erholungspfad zurückzubringen.

Derzeit prüft die Gläubiger-Troika aus EU-Kommission, EZB und IWF, ob die Voraussetzungen gegeben sind, weitere rund 30 Milliarden Euro aus dem zweiten Hilfspaket freizugeben. Inzwischen mehren sich die Stimmen in einigen Euro-Ländern, die einen Austritt Griechenlands fordern.

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Kommentare zu " Zweiter Schuldenschnitt: Öffentliche Gläubiger könnten auf Griechen-Forderungen verzichten"

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  • Die Griechen haben Leute WEGGESCHICKT, die ihnen bei dem Aufbau einer effektiveren Finanzverwaltung helfen wollten! Es ist GENUG mit dem Unsinn!

  • Die EU würde völlig an Glaubwürdigkeit verlieren wenn man Griechenland dafür das diese nicht´s tun um Ihre Schulden in den Griff zu bekommen auch noch Schulden erläßt.

  • @Thomas-Melber-Stuttgart: Bei bedarf bekommen sie sogar 100%! Einfach im Falle einer Pleite in die Insolvenz gehen und fertig.

    Eine Möglichkeit die EU-Staaten verwehrt ist. In den USA ist es kein Problem - dort können Städte, Bezirke und Staaten bei einer Pleite auch in die Insolvenz gehen.

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