Zweiter Tag der Reise des Bundeskanzlers auf den Subkontinent
Das große Ziel eint Indien und Deutschland

Die Stimmung zwischen der deutschen und der indischen Regierung ist bestens. Das wurde am zweiten Tag der Indien-Reise des Bundeskanzlers deutlich. Das gemeinsame Ziel eint: der angestrebte ständige Sitz im Weltsicherheitsrat.

HB NEU DELHI. Indien sei für Deutschland ein außerordentlich wichtiger Partner, nicht nur in der Region, sondern auch auf weltpolitischer Ebene, sagte Schröder am Donnerstag unmittelbar nach seiner offiziellen Begrüßung durch den indischen Premier Manmohan Singh in Neu-Delhi. Schröder ist der erste europäische Regierungschef, der mit Singh nach dessen Amtsantritt zusammentrifft. Er betonte vor politischen Gesprächen - unter anderem mit Singh und der Vorsitzenden der regierenden Kongresspartei Sonia Gandhi - das gute Verhältnis der beiden Staaten: „Bilaterale Probleme haben wir nicht.“

Am Mittwochabend hatte der Kanzler bei einem Empfang in der deutschen Botschaft erklärt, die Stimme Indiens wie Deutschlands habe in der Welt Gewicht. „Und weil das so ist, ist es gut, dass wir in der internationalen Politik viele gemeinsame Auffassungen haben“, sagte Schröder. So seien sich beide Staaten einig, die Rolle der Vereinten Nationen und damit den Multilateralismus zu stärken. „Und wir haben einander versprochen, für den Fall des Gelingens der Reform uns auch gegenseitig bei einer möglichen Kandidatur für den Sicherheitsrat zu unterstützen“, sagte Schröder.

Nach seiner offiziellen Begrüßung mit militärischen Ehren legte der Kanzler einen Kranz an der Einäscherungsstätte des 1948 ermordeten Mahatma Gandhis nieder. In das Gästebuch trug er sich mit einem Zitat des Dichters Hermann Hesse ein: „Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden“. Am Nachmittagn wird Schröder vor der Rajiv Gandhi Stiftung eine außenpolitische Grundsatzrede halten. Danach fliegt er weiter ins vietnamesische Hanoi, wo er an einem Europa-Asien-Gipfeltreffen teilnimmt.

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD), die den Kanzler begleitet, will im Forschungs- und Bildungsbereich die Zusammenarbeit mit Indien verstärken. „Dazu gehört sicherlich die IT-Branche, dazu gehört aber auch der gesamte Bereich der Umwelttechnik wie auch der Gesundheitsforschung und der Biotechnologie“, sagte Bulmahn am Donnerstag im Deutschlandfunk. In manchen Bereichen könne man durchaus von Indien lernen. „Die gegenseitige Anerkennung ist eine sehr gute Basis für eine gute und auch fruchtbare Zusammenarbeit.“

Am ersten Tag seines Indien-Besuches hatten Wirtschaftsgespräche Schröders Agenda bestimmt. Er wird von 22 deutschen Wirtschaftsvertretern begleitet. Dabei hatte der Kanzler die deutsche Wirtschaft aufgefordert, entschlossen die großen Wachstumschancen des indischen Marktes zu nutzen und sich nicht zu einseitig in Asien auf China und Japan als Partner zu fixieren.

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