Zwischenbericht von US-Waffeninspekteur
USA erleiden in Irak-Politik weitere Rückschläge

Die USA haben in ihrer Irak-Politik gleich mehrere Dämpfer erhalten. Der von den Amerikanern vorgelegte Entwurf für eine neue Irak-Resolution ist bei den Vereinten Nationen (Uno) auf starken Widerstand gestoßen und dürfte in der vorliegenden Form keine Chance haben, verabschiedet zu werden.

HB NEW YORK. Zugleich hat ein Zwischenbericht des US-Waffeninspekteurs David Kay neue Zweifel an der offiziellen Begründung für den Krieg gegen den Irak geweckt.

Kay ist von der Regierung in Washington beauftragt worden, die Massenvernichtungswaffen des gestürzten Diktators Saddam Husseins aufzuspüren. Seine Zwischenbilanz: Es gibt zwar Hinweise auf Pläne für den Bau solcher Waffen. Seine 1200 Mitarbeiter haben jedoch weder biologische, noch chemische oder nukleare Waffen gefunden. „Bislang haben wir keine wirklichen Waffen entdeckt“, sagte Kay vor dem Kongress in Washington. Weitere sechs bis neun Monate seien notwendig, um den Bericht abzuschließen.

In Washington wächst nun die Kritik, die Regierung habe die Gefahr des Iraks mit mangelhaften Geheimdienstinformationen übertrieben. „Für mich ist klar, dass es keine unmittelbare Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen des Irak gab“, sagte Nancy Pelosi, Führerin der demokratischen Opposition im Repräsentantenhaus, nach einem Gespräch mit Kay.

Jüngste Meinungsumfragen zeigen, dass die Unterstützung für die Irak-Politik von Präsident George W. Bush dramatisch sinkt. Nach einer Umfrage der „New York Times“ ist die Hälfte der US-Bürger mit dem Krisenmanagement des Präsidenten unzufrieden. Bush aber verteidigte den Krieg gegen den Irak. Der Kay-Report zeige, dass Saddam Hussein eine Bedrohung war, auch wenn bislang keine Massenvernichtungswaffen gefunden worden seien.

Seite 1:

USA erleiden in Irak-Politik weitere Rückschläge

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%