Zwischenfall im afghanischen Grenzgebiet
Pakistan warnt USA

Der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari hat vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen die Angriffe von US-Truppen auf mögliche Terroristen in seinem Land scharf verurteilt. "Um die Terrorgefahr zu bannen, ist es nicht hilfreich, die Souveränität unseres Volkes zu verletzen. Das könnte sogar den gegenteiligen Effekt haben", warnte Zardari.

HB ISLAMABAD. Nach der kurzen militärischen Konfrontation im afghanischen Grenzgebiet hat Pakistan die USA vor einer Verletzung seiner territorialen Souveränität gewarnt. Dies wäre "kontraproduktiv für den Krieg gegen den Terror", sagte Regierungssprecher Akram Shaheedi. Vor der Uno-Vollversammlung in New York verurteilte Präsident Asif Ali Zardari die Angriffe von US-Truppen auf Extremisten in Pakistan, war aber zugleich bemüht, die Bedeutung des Zwischenfalls mit zwei US-Aufklärungshubschraubern herunterzuspielen.

Genau so wenig wie Pakistan es zulassen werde, dass sein Land von Terroristen benutzt werde, könne es akzeptieren, dass die Souveränität durch Freunde verletzt werde, sagte Zardari. Einseitige Aktionen der Großmächte dürften nicht die Gefühle der Verbündeten verletzten.

Zu dem Grenzzwischenfall sagte der pakistanische Präsident, es seien nur Leuchtgeschosse auf die ausländischen Hubschrauber abgefeuert worden, als diese von Afghanistan auf pakistanisches Territorium vorgedrungen seien. Nach Angaben der US-Streitkräfte in Afghanistan wurden zwei US-Hubschrauber vom Typ OH-58 von einem pakistanischen Grenzposten mit Kleinfeuerwaffen beschossen. Daraufhin gaben US-Bodentruppen Warnschüsse in Richtung der Grenzsoldaten ab. Die Konfrontation dauerte etwa fünf Minuten. Die US-Truppen seien etwa eine Meile (1,6 Kilometer) weit auf pakistanisches Gebiet vorgestoßen, sagte der US-Militärsprecher Greg Smith.

Die US-Streitkräfte in Afghanistan haben zuletzt mehrfach Angriffe in Pakistan ausgeführt. Bei einem US-Kommandounternehmen in einem Stammesgebiet in Süd-Waziristan wurden am 3. September mindestens 15 Menschen getötet.

Bei einer Razzia der Polizei in Karachi sprengten sich am Freitag zwei Selbstmordattentäter in die Luft. Sie brachten ihre Sprengsätze mitten während einer heftigen Schießerei zur Explosion, wie Provinzpolizeichef Babar Khattak mitteilte. Vor der Razzia war ein Führer der extremistischen Gruppe Lashkar-e-Jhangvi verhaftet worden.

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