Zwischenfall in Litauen
Russland spottet über Bundesluftwaffe

Nach dem Absturz eines russischen Kampfjets in Litauen macht sich die Armeeführung in Moskau über die deutsche Luftwaffe lustig. Die ist für die Kontrolle des Luftraums im Nato-Staat Litauen zuständig und soll die Su-27 nicht bemerkt haben. Litauens Luftwaffenchef hatte der Vorfall den Posten gekostet.

HB MOSKAU. Zwanzig Minuten habe sich die russische Su-27 über dem Territorium Litauens befunden, ohne dass es jemand bemerkt habe, sagte der Oberbefehlshaber der russischen Luftwaffe, Wladimir Michailow, der Zeitung "Kommersant". "Die (deutschen Piloten) haben wohl Bier getrunken", sagte Michailow wörtlich. Der Befehlshaber der litauischen Luftstreitkräfte, Jonas Marcinkus, war wegen des Vorfalls am Montag aus seinem Amt entlassen worden.

Nach Nato-Angaben kontrollieren vier deutsche Kampfjets vom Typ F-4 den Luftraum über den drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen, weil die ehemals zur Sowjetunion gehörenden Republiken nicht über ausreichend ausgerüstete Luftstreitkräfte verfügen. Das Nato-Mitglied Deutschland hat turnusmäßig die Verantwortung für den baltischen Luftraum.

Der russische Kampfjet war auf einem Flug in die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad über dem neuen Nato-Mitgliedstaat Litauen abgestürzt. Die russische Seite gab als Grund für das Unglück den Ausfall der Navigationsgeräte an. Der Kampfjet hatte keine Überflugerlaubnis. Pilot Waleri Trojanow konnte sich mit dem Schleudersitz retten. Die litauischen Behörden stellten ihn unter Hausarrest, wollen ihn aber demnächst freilassen.

Das Wrack der Maschine wurde beschlagnahmt und wird nun von Nato-Spezialisten und litauischen Experten untersucht. Für die Entschlüsselung des Flugschreibers wurden zudem ukrainische Spezialisten hinzugezogen. Ob Russland die Trümmer der Maschine zurückbekommt, ist offen. Die Nato dürfte aber die Elektronik der Maschine einbehalten, vor allem das hochmoderne Freund-Feind-Erkennungsystem der Russen.

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