Zwischenzeugnis für Griechenland
Ein paar mal Befriedigend, sonst Mangelhaft

Verhandlungs-Patt, Einigung, Scheitern: Die Verhandlungen mit Griechenland gehen in die nächste Runde. In einigen Punkten gibt es schon Kompromisse, in anderen hakt es noch gewaltig. Eine Übersicht.
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Athen/BrüsselEurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem machte noch den Skeptiker. Fast schon genervt äußerte er sich am Mittwoch zu den Verhandlungen mit Griechenland. „Wir zerren und wir ziehen“, sagte der niederländische Finanzminister in Den Haag dem niederländischen Fernsehen. Und er mahnte Griechenland zur Eile. „Die Zeit läuft echt ab.“ Die Meinungen zwischen Griechenland und anderen Euro-Ländern über die notwendigen Reformen lägen noch weit auseinander.

Nach Monaten mit zahlreichen Verhandlungsmarathons von Riga bis Brüssel nähren sich die Verhandlungspartner – Athen und die Eurogruppe sowie die Insitutionen – allerdings langsam Kompromissen, zumindest in einigen Bereichen. Griechenland und die Institutionen haben sich den zähen Verhandlungsrunden bisher auf diese Punkte verständigt:

In weiteren Kernbereichen liegen die Positionen allerdings noch weit auseinander. Das heißt für Athen: Der Geldhahn bleibt erstmal zu. Dijsselbloem wies in diesem Zug nochmals daraufhin, dass vor Ende Juni nicht nur mit Athen Übereinstimmung erzielt, sondern auch alle nationalen Parlamente noch zustimmen müssten, bevor das Geld auch ausbezahlt werden könne. Das sind Knackpunkte in den Verhandlungen:

Derweil hat sich Athen zumindest kurzfristig erneut kurzfristig Geld am Kapitalmarkt besorgt. Wie das Staatsradio am Mittwoch unter Berufung auf die Schuldenagentur PDMA am Mittwoch berichtet hatte, konnten insgesamt 1,138 Milliarden Euro für 13 Wochen in Form kurzlaufender Staatspapiere aufgenommen werden. Die Rendite der versteigerten Papiere lag – wie bei einer vergleichbaren Auktion im Vormonat – bei 2,7 Prozent.

Athen hat sich das Geld geliehen, weil es am 15. Mai 1,4 Milliarden Euro Schulden refinanzieren muss. In der griechischen Finanzpresse wird damit gerechnet, dass das restliche Geld an diesem Donnerstag in die Staatskasse fließt. Denn dann dürfte Athen wie üblich im Rahmen eines gesonderten Verfahrens zusätzliche Wertpapiere versteigern.

Der anhaltende Schuldenstreit untergräbt die wirtschaftliche Gesundung. Das griechische Bruttoinlandsprodukt schrumpfte von Januar bis März um 0,2 Prozent zum Vorquartal, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Am Jahresende 2014 war die Wirtschaftsleistung sogar um 0,4 Prozent gefallen. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge sprechen Ökonomen von einer Rezession.

Ruth Berschens leitet das Korrespondenten-Büro in Brüssel.
Ruth Berschens
Handelsblatt / Büroleiterin Brüssel
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Kommentare zu " Zwischenzeugnis für Griechenland: Ein paar mal Befriedigend, sonst Mangelhaft"

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  • Das Thema entwickelt sich langsam zum Kotzobjekt.

    Wir, unsere Presse, und die Mainstreamagitatoren, sitzen draußen und wollen ewig alles besser wissen als die Griechen selbst. Diese Gutmenschmentalität ist doch nicht mehr zum aushalten.

    Lassen wir die Griechen machen was sie wollen, zur Not passiert eh nicht mehr als der Grexit.
    Na und? Das ist deren Sache, und hier ist das alles durchgerechnet mit 1000% Sicherheit.

    Also hören wir auf uns laufend die Hosen voll zu machen, die Griechen müssen das eh untereinander aus machen! Wir wissen was uns im Worst Case erwartet. Und vielleicht schaffen sie das besser als die ganzen westlichen Finanzschwafler prophezeien! Für die Griechen sind die vielen Schulden eh nicht zurückzahlbar. Müssen wir alle Anleger dieser Welt retten?

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