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Zwist um Eurotunnel-Züge: Paris bricht Protektionismus-Streit mit Berlin vom Zaun

Die Deutsche Bahn und Eurostar wollen künftig von Siemens gebaute Züge durch den Ärmelkanaltunnel rollen lassen. Aber die Regierung in Paris befürchtet ungebetene Konkurrenz für den französischen Siemens-Erzrivalen Alstom. Industrieminister Estrosi will die Allianz nun stoppen – aus Sicherheitsgründen. Dabei verlief die Probefahrt eines ICE durch den Tunnel am Wochenende reibungslos.

Ein ICE, der den Eurotunnel verlässt: Welche Züge sollen durch den Ärmelkanaltunnel rollen? Quelle: dpa
Ein ICE, der den Eurotunnel verlässt: Welche Züge sollen durch den Ärmelkanaltunnel rollen? Quelle: dpa

PARIS/BERLIN. Frankreichs Regierung verlangt, dass die Ausschreibung zum Kauf neuer Schnellzüge durch Ärmelkanaltunnelbetreiber Eurostar neu aufgerollt wird. Siemens hatte den Bieterwettbewerb gewonnen. "Wir verlangen, dass die Prozedur neu gestartet wird. Der Kaufvertrag kann nicht unterzeichnet werden" sagte Frankreichs Industrieminister Christian Estrosi am Montag dem Radiosender RTL.

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Er begründete seine Forderung damit, dass die Ausschreibebedingungen nicht die aktuellen Sicherheitsregeln für den Bahnverkehr im Tunnel widerspiegelten. Diese Regeln aus dem Jahr 1986 sehen unter anderem vor, dass ein Zug mit zwei klassischen Lokomotiven ausgestattet werden muss; der von Siemens gebotene Velaro-Zug hat den Antrieb unterhalb des Bodens über die Zuglänge verteilt. Daher werden die Sicherheitsregeln derzeit überarbeitet. Die Deutsche Bahn und Siemens wollen beweisen, dass die neue Technik sicher ist. Daher hatte die Deutsche Bahn mit zwei ICE-Zügen in der Nacht zum Sonntag mit Erfolg eine Evakuierungsübung im Tunnel absolviert.

Die Äußerungen Estrosis drohen einen Protektionismus-Streit vom Zaun zu brechen. Bereits vergangene Woche hatte Verkehrsminister Dominique Bussereau erklärt, die Kaufabsicht von Eurostar sei "null und nichtig", eben weil der Siemenszug die aktuellen Sicherheitsregeln nicht erfülle. Am Montag wird Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einem Dreiergipfel mit Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Russlands Staatschef Medwedjew in Deauville erwartet. Dabei soll es eigentlich darum gehen, Russland enger an den Westen anzubinden; doch der Streit um die Eurostar-Züge könnte zu einem Thema werden, wenn sich am Dienstag Sarkozy alleine mit Merkel trifft.

Für die Sicherheitsregeln im Eurotunnel ist eine britisch-französische Beamtenkommission zuständig. Sie hatte im März bereits grundsätzliche Bereitschaft erkennen lassen, die neue Antriebstechnik zuzulassen. Das wischte Estrosi jetzt vom Tisch. "Die Debatte zwischen Experten und die regulatorische Wirklichkeit sind zwei paar Schuhe." Sollte Eurostar die Ausschreibung nicht neu aufrollen, laufe der Bahnbetreiber Gefahr Züge zu kaufen, die er nicht einsetzen kann, so Estrosi. Er habe vergangene Woche mit SNCF-Chef Guillaume Pepy über das Problem gesprochen. "Pepy ist sich des Problems bewusst", so Estrosi. Die SNCF ist Mehrheitsaktionär bei Eurostar.

  • 20.10.2010, 20:13 UhrAnonymer Benutzer: Klaus

    Logo, die Grande Nation.
    Zuerst France, dann selbstverständlich France und weil es so ist, erneut France.
    Großes Geschrei, wenn andere Länder die Schotten dicht machten für die interessen französicher Firmen oder Politik. Selber aber "Vorbild".

    Und unsere deutschen Führungskräfte in berlin und anderswo zeigen "Rückgrad" in Form eines bogens.
    Dass sie Sarko nicht noch die Füße küssen......
    oder den beitritt zur Grande Nation erklären wollen...

  • 18.10.2010, 13:32 UhrAnonymer Benutzer: Wolfgang P.

    ich habe große Zweifel ob der so hochgelobte TGV den Sicherheitbestimmungen nicht nur auf deutschen Strecken entspricht. Zwar haben die Franzosen einen Auftrag aus Korea erhalten, den aber nur dank massiver politischer intervention. Die deutsche und japanische Technik ist der der Franzosen weit überlegen und das ärgert natürlich den bonzei Napoleon. Und ärgern tut den auch, dass die DAAG den Auftrag zum bau einer Eisenbahn in Katar bekommen hat und Weng Merkel erklärt hat, dass Deutschland für China Partner Nummer 1 in Europa sei.

  • 18.10.2010, 13:02 UhrAnonymer Benutzer: MD Advisory

    Es lohnt sich nicht darüber aufzuregen - Merkel macht den selben Müll bei Hochtief.

    Was derzeit in der Politk passiert, ist einfach nur zum Kotzen.

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