Zwist zwischen Russland und der Ukraine Länder bekommen Gasstreit zu spüren

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In Deutschland waren vorerst keine Probleme bei der Versorgung spürbar. "Wir bekommen das Gas, das wir brauchen, um unsere Kunden zu versorgen", sagte ein Sprecher der größten deutschen Ferngasgesellschaft E.ON Ruhrgas. In der Transitleitung nach Deutschland gebe es zwar einen leichten Druckabfall. Er liege aber im Rahmen der normalen Schwankungen. Vor drei Jahren war bei einem ähnlichen Streit zwischen Russland und der Ukraine vorübergehend weniger Gas nach Deutschland geströmt.

Das Bundeswirtschaftsministerium berichtete von intensiven Gesprächen mit der russischen und der ukrainischen Regierung. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos sagte im Rundfunk: "Wir sind in Deutschland in einer vergleichsweise glücklichen Lage." Man habe die größten Gasspeicher Europas, die gut gefüllt seien.

Russland hatte am Neujahrsmorgen wegen des Streits um Lieferbedingungen und Preise seine Gaslieferungen an die Ukraine eingestellt. Am Sonntag erhöhte Gazprom seine Forderung für den künftigen Gaspreis. Gazprom-Chef Alexej Miller sagte auf einer Pressekonferenz: "Wir hoffen, dass der Vorschlag, Gas für 450 Dollar (je tausend Kubikmeter) zu liefern - was sich aus dem Gaspreis in Westeuropa abzüglich der Transitkosten errechnet - die Ukraine binnen kurzem an den Verhandlungstisch zurückführt." Westeuropäische Gaskunden zahlen 500 Dollar.

Ursprünglich hatte Russland den Preis auf 250 von 179,50 Dollar erhöhen wollen, nach dem Scheitern der Verhandlungen verlangte Gazprom zwischenzeitlich dann 418 Dollar - ein Preis, bei dem die Ukraine vor einer "humanitären Katastrophe" warnte. Schlapak bezeichnet die jüngsten Forderungen als "puren Unsinn".

Die Ukraine will maximal 235 Dollar zahlen und fordert zugleich höhere Durchleitungsgebühren. Der stellvertretende Gazprom-Chef Alexander Medwedew sagte, das Land hindere den Vertriebspartner RosUkrEnergo (RUE) daran, Gas aus Speichern in der Ukraine zu entnehmen. Die umstrittene RUE gehört zu je 50 Prozent Gazprom und zwei ukrainischen Geschäftsleuten.

Naftogaz betonte, alle Gas-Schulden für das vergangene Jahr bei Russland bezahlt zu haben. Gazprom kündigte an, die Ukraine vor dem Schiedsgericht in Stockholm auf die ausstehenden 614 Mio. Dollar zu verklagen.

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