Zwölf Jahre nach Kriegsende
Drastischer Truppenabzug aus Bosnien

Den andauernden Spannungen zwischen den Volksgruppen zum Trotz wird zwölf Jahre nach Ende des Krieges in Bosnien-Herzegowina mehr als die Hälfte der europäischen Schutztruppe EUFOR abgezogen.

HB WIESBADEN. Derzeit stehen 6500 Euro-Soldaten in dem von Kroaten, Serben und Muslimen bewohnten Balkan-Staat, um vor Übergriffen abzuschrecken. Neben der Neuausrichtung der Bosnien-Mission verständigten sich die 27 Euro-Verteidigungsminister am Donnerstag in Wiesbaden auch darauf, die Zahl der Polizei-Ausbilder für Afghanistan auf 160 zu vervierfachen. Eine ähnliche Operation soll für das Kosovo vorbereitet werden.

Die Verteidigungsminister seien einmütig der Auffassung, in Bosnien angesichts der günstigen Sicherheitslage mit einem Vier- Stufen-Plan für den Abzug zu beginnen, sagte der deutsche Ressortchef Franz Josef Jung (CDU) nach der ersten Arbeitssitzung. „Das Ziel ist, in einem ersten Schritt 3500 Soldaten abzuziehen.“ Jung führt den Vorsitz, da Deutschland bis Ende Juni die EU-Ratspräsidentschaft innehat.

Nach Angaben der Militärs werden nach dem Abzug von zwei Bataillonen Ende 2007 zunächst noch 2500 Soldaten bleiben. Deutschland ist mit Italien der größte Truppensteller in Bosnien. Gegenwärtig sind 830 Bundeswehrsoldaten dort stationiert. Zwischen Mai und Juni solle ihre Zahl um etwa 300 verringert werden, kündigte Jung an. Großbritannien will sich vollständig zurückziehen. Die rund 630 britischen Soldaten sollen im April abgezogen werden, teilte die Regierung in London mit.

Die EU hatte die Rolle, das Land weiter zu stabilisieren, im Dezember 2004 von der NATO übernommen. Nach mehr als drei Jahren Krieg brachte das Abkommen von Dayton Bosnien Ende 1995 Frieden. Nach Einschätzung von EU-Chefdiplomat Javier Solana können die Soldaten aus Bosnien bedenkenlos abgezogen werden. „Die Sicherheitslage ist sehr gut“, sagte Solana. „Wir haben dort vor allem Probleme politischer Natur.“

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