Zypern-Debatte: Hollande bricht eine Lanze für die Einlage-Garantie

Zypern-Debatte
Hollande bricht eine Lanze für die Einlage-Garantie

Sollen gut situierte Bankkunden einen Beitrag bei der Sanierung verschuldeter Staaten leisten? Die Zypern-Rettung soll nach dem Willen der Regierungschefs Frankreichs und Spaniens eine Ausnahme bleiben.

ParisFrankreichs Präsident Francois Hollande und Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy sind Bedenken entgegengetreten, wonach das Rettungspaket für Zypern ein Modell für andere angeschlagene Staaten werden könnte. Es handle sich um einen außergewöhnlichen und einzigartigen Fall, sagte Rajoy am Dienstag während eines Besuchs in Paris.

Hollande stimmte zu und ergänzte auf der gemeinsamen Pressekonferenz, die Garantie von Bankeinlagen müsse ein „unwiderrufliches Prinzip“ sein. Frankreich setze auf Kontrolle der Banken ebenso wie auf eine Rekapitalisierung mit Sicherung der Einlagen, sagte Hollande.

Wer Geld in einer Bank der Eurozone anlege, benötige eine Garantie über die angelegten Gelder. Dies sei eine Frage des Vertrauens, sagte Hollande. Das Vorgehen in der Zypern-Krise, Einlagen von mehr als 100.000 Euro an der Banken-Sanierung zu beteiligen, bezeichnete der französische Staatschef als einmalig und einzigartig, „aber gleichwohl notwendig“.

Die milliardenschweren Hilfen für Zypern haben eine hitzige Debatte über künftige Rettungsaktionen für krisengeplagte Euro-Länder entfacht. Umstritten ist, ob vermögende Bankkunden - wie im Fall Zyperns - einen Sanierungsbeitrag leisten müssen. Das könnte das Vertrauen in den Finanzsektor erschüttern, auch bei Kleinsparern, obwohl diese eigentlich ausgenommen sind.

Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hatte in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, die Beteiligung von Aktionären, Anleihenbesitzern und Sparern tauge als Modell für künftige Hilfsaktionen. Nachdem seine Aussagen weltweit für fallende Kurse sorgten, ruderte er zurück. Er sprach davon, dass Zypern ein Sonderfall sei.

Agentur
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