Zypern in der Krise
Russland will Zypern nicht helfen

Russland erteilt Zypern eine Abfuhr: Moskau hat kein Interesse an den Vorschlägen des Krisenlandes - und erklärt die Verhandlungen für gescheitert.
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MoskauRussland hat Zypern im Ringen um eine Beteiligung an der Rettung des Bankensektors eine Abfuhr erteilt. Die Gespräche mit dem zyprischen Finanzminister Michael Sarris seien ohne Ergebnis zu Ende gegangen, sagte Finanzminister Anton Siluanow am Freitag in Moskau. Es gebe keine Vereinbarung über eine Verlängerung des 2,5-Milliarden Euro-Kredits an Zypern. Auch seien russische Unternehmen nicht an Investitionen in zyprische Gasreserven interessiert. Russland warte nun auf die Entscheidung der Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble forderte eine Beteiligung der zyprischen Bankengläubiger an dem Rettungspaket. Unions-Fraktionschef Volker Kauder sagte, Deutschland werde nicht nachgeben können. "Zypern spielt mit dem Feuer", sagte er der ARD.

Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden warnte im RBB davor, Zypern fallenzulassen, weil die Stabilität der Euro-Zone auf dem Spiel stehe. Er deutete auch an, dass der verlangte Eigenbeitrag des zyprischen Bankensektors von 5,8 Milliarden Euro zu seiner Sanierung verringert werden könnte. "Bislang bestehen wir auf dieser Summe", sagte er, fügte aber hinzu, man könne immer darüber diskutieren, wie viel einem die Stabilität der Euro-Zone wert sei. Schäuble lehnte eine Hilfe ohne Gegenleistung Zyperns erneut strikt ab. "Die Haltung, dass dieses Problem nur von den Steuerzahler in der Euro-Zone ohne die Beteiligung der wichtigsten Kreditgeber der zyprischen Banken gelöst werden kann, kann von den europäischen Bürgern nicht akzeptiert werden", sagte er der griechischen Zeitung "Ta Nea".

Das zyprische Parlament hat ein vergangene Woche ausgehandeltes Rettungspaket mit zehn Milliarden Euro Kredit und 5,8 Milliarden Euro Zwangsabgabe auf Bankguthaben abgelehnt. Derzeit berät es über einen Alternativplan, der bei den Euro-Partnern allerdings auf Ablehnung stößt. Die EZB drohte den Banken damit, am Dienstag, wenn sie nach einer Woche Schließung öffnen, den Geldhahn abzudrehen, sollte bis dahin kein Programm zur Sanierung von Staat und Großbanken vorliegen.

Das zyprische Parlament hatte seine Beratungen über Notmaßnahmen für das vor dem Finanzkollaps stehende Land am Donnerstagabend auf Freitag vertagt. Die Parlamentarier befassen sich mit Vorschlägen der Regierung, die unter anderem die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen sowie die Einrichtung eines Solidaritätsfonds über staatliche Vermögenswerte vorsehen. Kauder lehnte den Vorschlag der Regierung in Nikosia ab, die Renten der Bevölkerung zu verpfänden. Das sei noch schlimmer als die vom Parlament abgelehnte Sonderabgabe auf Bankguthaben, sagte er.

dpa 
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  • Die Russen sind gute Schachspieler. Die setzen darauf dass die Eurofanatiker Zypern nicht Pleite gehen lassen. Und die werden Recht behalten.

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