Zypern
Irritationen am Grenzübergang in Nikosia

Kaum war sie geöffnet, musste die Ledra-Straße in der geteilten Stadt Nikosia auch schon wieder geschlossen werden. Zwar ist der Grenzübergang nun wieder passierbar, der zyprische Präsidenten Dimitris Christofias brach aber dennoch einen London-Besuch ab, um die Lage in den Griff zu bekommen.

HB NIKOSIA. Nach der symbolträchtigen Wiedereröffnung der Ledra-Straße im Zentrum der geteilten zyprischen Hauptstadt Nikosia gab es am Freitag weiter Irritationen zwischen griechischen und türkischen Zyprern. Präsident Dimitris Christofias sah sich veranlasst, einen Besuch in London abzubrechen, meldete der staatliche zyprische Rundfunk. Christofias wolle sich persönlich um die Probleme bei der Öffnung der Straße kümmern, die 44 Jahre geschlossen war.

Am Vorabend musste der Übergang nur wenige Stunden nach seiner feierlichen Wiedereröffnung für etwa zwei Stunden wieder geschlossen worden. Uno-Vertreter vermittelten zwischen beiden Seiten. Am Freitagmorgen war die Straße wieder problemlos passierbar.

Nach griechisch-zyprischen Angaben war die Schließung am Abend erfolgt, als einige türkisch-zyprische Polizisten die rund 70 Meter breite Pufferzone betraten. Damit hätten sie die Vereinbarung verletzt, dass nur Uno-Blauhelme diese Zone betreten dürfen, so das Innenministerium. Die türkisch-zyprische Seite bestritt den Zwischenfall. Niemand habe die Vereinbarung verletzt, hieß es vom türkisch-zyprischen Ministerpräsident Ferdi Sabit Sojer.

Nach erfolgreicher Vermittlung durch Uno-Vertreter wurde die Ledra- Straße am späten Abend wieder freigegeben. Das Fernsehen zeigte Bilder von Dutzenden Menschen, die daraufhin wieder in den jeweils anderen Teil der Stadt gingen. Zuvor hatten rund 50 Menschen auf beiden Seiten wiederholt gegen die Schließung der Straße protestiert und „Zypern gehört seinen Bürgern“ skandiert.

„Wir sind solche lächerlichen Geschichten gewohnt“, kommentierte ein Passant im Rundfunk. Dies zeige nur, wie weit eine Lösung der Zypernfrage entfernt sei und wie wenig sich griechische und türkische Zyprer vertrauten, hieß es. „Wir müssen Geduld haben und uns nicht von solchen Ereignissen irritieren lassen“, sagte die griechisch- zyprische Bürgermeisterin Eleni Mavrou im Fernsehen.

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