Zypern: Kapitalkontrollen weiter gelockert

Zypern
Kapitalkontrollen weiter gelockert

Zypern war vor zwei Jahren mit rund zehn Milliarden Euro vor der Staatspleite gerettet worden. Aus Furcht vor einer Kapitalflicht führte das Land Kapitalverkehrskontrollen ein. Nun werden diese erneut gelockert.
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NikosiaZypern hat die vor rund zwei Jahren eingeführten Kapitalkontrollen weiter gelockert. Einzelpersonen dürfen nun bis zu eine Million Euro pro Monat ins Ausland überweisen, teilte das Finanzministerium des Euro-Landes am Freitag mit. Bislang lag die Grenze bei 50.000 Euro.

Weiterhin in Kraft bleibt allerdings die Regelung, dass bei Reisen ins Ausland nicht mehr als 10.000 Euro pro Person mitgeführt werden dürfen. Die neuen Vorschriften treten am Montag in Kraft und sind für 21 Tage gültig. Dann soll über das weitere Vorgehen entschieden werden.

Zypern war vor zwei Jahren mit rund zehn Milliarden Euro vor der Staatspleite gerettet worden. Damals stand der angeschlagene Bankensektor Zyperns kurz vor dem Kollaps. Zypern hatte deshalb im März 2013 aus Furcht vor einer Kapitalflucht Kapitalverkehrskontrollen eingeführt. Die Chefin der zyprischen Notenbank, Chrystalla Georghadji, hatte unlängst gesagt, sie rechne damit, dass die Kontrollen bis zum Ende des ersten Quartals ganz aufgehoben werden.

Unterdessen werden auf der Mittelmeerinsel die Rufe nach einer Ablösung der Notenbankgouverneurin lauter. Georghadji steht seit Wochen in der Kritik wegen der Rolle ihres Ehemanns in einem Gerichtsstreit über ein Geldhaus, das während der Bankenkrise ins Schlingern geraten war. In neuen Vorwürfen geht es um eine Liste verschuldeter zyprischer Parlamentarier, die an die Presse gelangt war. Viele vermuten, die Liste komme von der Notenbank. Georghadji lehnt einen Rücktritt allerdings ab.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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