Zypern
Konfliktparteien einigen sich auf Uno-Fahrplan

Nach fast zwei Jahren gibt es Bewegung im Zypernkonflikt: Die beiden Parteien haben sich am Freitag auf einen UN-Fahrplan zur Wiederaufnahme von Gesprächen geeinigt. Die Verhandlungen könnten kommende Woche beginnen.
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NikosiaDie Verhandlungspartner im Zypernkonflikt haben sich nach Angaben der türkisch-zyprischen Seite auf einen von der Uno ausgearbeiteten Fahrplan zur Wiederaufnahme der Gespräche geeinigt. Die Präsidentschaft der nur von Ankara anerkannten Türkischen Republik Nordzypern gab am Freitag bekannt, mit der griechisch-zyprischen Seite sei eine Einigung über eine gemeinsame Erklärung zur Fortsetzung der 2012 unterbrochenen Verhandlungen erzielt worden. Dabei soll es langfristig um die Wiedervereinigung des seit 1974 geteilten Mittelmeerstaats Zypern gehen.

"Es ist vorgesehen, den Verhandlungsprozess kommende Woche wieder aufzunehmen", heißt es in dem Text der Präsidentschaft. In den vergangenen Tagen hatten griechische und türkische Zyprer von Fortschritten beim Uno-Fahrplan berichtet. Die türkisch-zyprische Seite hatte die Gespräche unter Schirmherrschaft der UNO ausgesetzt, als die Republik Zypern - nur sie ist international anerkannt - im Sommer 2012 die EU-Ratspräsidentschaft übernahm. Wegen der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise in Zypern hatte sich die Wiederaufnahme der Gespräche immer wieder verzögert.

Nach türkischen Angaben forderten die griechischen Zyprer, von vornherein mit dem Ziel einer Einstaatenlösung in die Verhandlungen zu gehen. Die türkisch-zyprischen Vertreter verlangten in dieser Frage aber ergebnisoffene Verhandlungen.

Die Türkei hatte den Norden Zyperns 1974 nach einem Putsch griechisch-zyprischer Nationalisten besetzt. Die 1982 ausgerufene Türkische Republik Nordzypern wird nur von Ankara anerkannt. Die Türkei hat im Nordteil der Insel mehr als 35.000 Soldaten stationiert. Einen Uno-Plan zur Wiedervereinigung hatten die griechischen Zyprer im April 2004 mehrheitlich abgelehnt, während die meisten türkischen Zyprer dafür stimmten. Der Zypern-Konflikt ist einer der Stolpersteine bei den EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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