Zypern-Verhandlungen waren gescheitert
Erdogan will sich für Friedenslösung für Zypern einsetzen

Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan hat angekündigt, sich für eine Friedenslösung für die geteilte Mittelmeerinsel Zypern einzusetzen.

HB ANKARA. „Wir müssen Maßnahmen ergreifen, um Zypern zu einer Insel des Friedens zu machen“, sagte Erdogan am Freitag vor türkischen Unternehmern. „Wir werden dabei aufrichtig vorgehen. Wir werden dieses Problem lösen.“ Ziel sei es nicht, den türkisch-zyprischen Nordteil zu schützen und den griechisch geprägten Süden der Insel zu besiegen. „Wir wollen über Zypern in Verhandlungen mit der Europäischen Kommission entscheiden“, sagte der Regierungschef.

Die Zypern-Frage hatte vor einer Woche den EU-Gipfel über die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Türkei beinahe scheitern lassen. Nachdem sich die Türkei verpflichtet hatte, das Protokoll über die Einbeziehung der zehn neuen EU-Staaten und damit auch Zyperns in die Zollunion mit der EU vor Beginn der Verhandlungen zu unterzeichnen, vereinbarte die EU mit der Türkei die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen am 3. Oktober 2005.

Die Mittelmeerinsel ist seit der türkischen Invasion von 1974 in einen türkisch besetzten Nordteil und einen griechisch geprägten Südteil geteilt. Die Türkei erkennt nur den Nordteil als eigenständiges Land an. Der Rest der Welt sieht dagegen in dem Südteil den legitimen Vertreter Zyperns. Als solcher wurde er zum 1. Mai in die EU aufgenommen. Ein von den Vereinten Nationen (Uno) vermittelter Wiedervereinigungsvorschlag war kurz zuvor am Widerstand des griechischen Südens gescheitert.

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