Zypern
„Wer weiß, was das alles kostet?“

Griechen und Türken wollen ab September über die Vereinigung der gespaltenen Mittelmeerinsel Zypern verhandeln – Der Süden fürchtet die wirtschaftlichen Folgen

NIKOSIA. Drei Euro soll das schicke Puma-T-Shirt kosten, 25 Euro die Adidas-Schuhe – nicht schlecht, wenn sie echt sind. Was Levent, der Geschäftsinhaber, gestenreich versichert. „Aber trotzdem kauft keiner etwas“, klagt der Händler.

Brütende Hitze liegt über der geteilten, zyprischen Inselhauptstadt Nikosia. In den engen Gassen des türkischen Sektors regt sich kein Windhauch. Nur wenige Touristen schlendern an den Schaufenstern vorbei. Die Geschäfte gehen schlecht auf der Girne-Straße. Nicht nur wegen der 41 Grad, die das Thermometer zeigt.

„Das da muss endlich weg“, sagt Levent und zeigt hinüber zum Checkpoint. Schlaff hängen an zwei Masten die türkische Nationalfahne und die Flagge der „Türkischen Republik Nordzypern“, roter Halbmond und Stern auf weißem Grund. In einer Plastikbaracke warten türkisch-zyprische Polizisten auf Besucher aus dem Süden, um ihnen ein „Visum“ für die Einreise in ihren „Staat“ zu erteilen, der nur von Ankara anerkannt wird.

Als dieser neue Übergang an der zyprischen Demarkationslinie im April geöffnet wurde, herrschte für einige Tage großer Andrang. Tausende strömten vom griechischen Süden der Inselmetropole in den türkischen Norden. Aber inzwischen ist der Menschenstrom wieder versiegt: Viele Griechen wehren sich gegen das Visum-Verfahren. „Diese Grenze ergibt keinen Sinn“, sagt Händler Levent kopfschüttelnd.

Seite 1:

„Wer weiß, was das alles kostet?“

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%