Zyperns neuer Präsident: Anastasiades gegen Finanztransaktionssteuer

Zyperns neuer Präsident
Anastasiades gegen Finanztransaktionssteuer

Sollte Zypern Finanzhilfen bekommen, würde Nikos Anastasiades einen Finanztransaktionssteuer trotzdem nicht einführen. Die Euro-Finanzminister beraten in den kommenden Wochen über Hilfsgelder für die Mittelmeer-Insel.
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Berlin Zyperns neu gewählter Präsident Nikos Anastasiades lehnt es ab, im Gegenzug für EU-Hilfen eine Finanztransaktionssteuer einzuführen. „Ich glaube nicht, dass neue Steuern die Probleme lösen. Steuererhöhungen während einer Rezession werden nur die Situation verschlechtern“, sagte Anastasiades in einem Interview der Zeitung „Bild“ auf die Frage nach einer Transaktionssteuer. Seine Regierung wolle dagegen Einsparungen im öffentlichen Sektor vornehmen, ergänzte der Präsident. "Lassen Sie uns dort die Kosten reduzieren, bevor wir die steuerliche Belastung unserer Bürger und Geschäftspartner erhöhen." Die Belastung derzeit sei nicht geringer als im EU-Durchschnitt.

Anastasiades wehrte sich gegen den Eindruck, dass auf Zypern russische Oligarchen wohnen, die Steuern sparen wollten. „Ich könnte ein paar russische Oligarchen nennen, die ihren Betrieb in anderen Ländern haben. In Zypern kenne ich aber keine Oligarchen, die hier leben und arbeiten“, sagte Anastasiades. Deutschland hat zuletzt auf eine rasche Hilfe für das angeschlagene Euro-Land gedrungen. Erwartet wird ein Rettungspaket der EU-Partner von rund 17 Milliarden Euro. Die Finanzminister der Euro-Zone treffen sich am 4. März in Brüssel. Dann wird allerdings noch keine Entscheidung erwartet.

Aus Kreisen der Euro-Zone verlautete, die Mitgliedstaaten seien sich über das Vorgehen bei dem Rettungspaket uneinig. Unter anderem Deutschland fordere, dass auch die Aktionäre und Sparer der zyprischen Banken einen Teil der Last tragen sollten. Nach dem Schuldenschnitt für Griechenland waren die vergleichsweise überdimensionierten Banken in Zypern in Not geraten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der Mann hat doch völlig recht! Er ist von zypriotischen Bürgern gewählt. Zypern ist ein Finanz- und Steuerparadies.
    Die Maßnahme würde Arbeitsplätze kosten. Also schlecht für Zypern.
    Und die Pfeifen in Brüssel haben doch bisher alles und jeden mit deutschen Geld bezahlt - dies wird man auch mit Zypern tun. Der Mann hat vermutlich mehr Rückrat als unserer Politbüro-Mitglieder.
    Die EU wird die zypriotischen Banken bezahlen! Zur Wahrung des Gesichts macht man Ankündigungen zukünftig etwas ändern zu wollen und alles ist gut.
    So machen es die Griechenland, Spanien, Italien, Frankreich doch auch und Berlin darf abnicken.
    Man hätte viel zu viel Angst vor den Fliehkräften, wenn man Zypern nicht unterstützt. Denn wenn Europa mitbekommt, dass es auch ohne Brüssel geht - dann wäre nur noch Ostanatolien scharf auf die EU.
    Aber es werden die Tage mit der Türkei schon wieder Beitrittsverhandlungen verstärkt geführt.

  • @ Ludwig500
    Sie haben vollkommen recht. So ein Präsident ist natürlich im Sinne von GoldmanSachs und den anederen reichen Ganoven. Er läßt das Geld bei denen zuLasten des eigenen Volkes weiter sprudeln. Marionette kann man sowas nennen.
    Wie böse sind da die Linken in Frankreich und Italien, die diesem verbrecherischen Treiben ein Ende setzen wollen!
    Schließlich macht man speziell mit dem Hochfrequenzhandel gut Geld. und wenn man da für jede transaktion zahlen muß, ists nicht mehr so leicht mit dem Geld machen.

  • Diese Dreistigkeit ist nicht zu überbieten;

    "Ist der Ruf erst mal ruiniert,
    lebt`s sich völlig ungeniert."

    So eine Pi..-Insel, und eine so große Klappe.

    Armes Deutshland.

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