Zyperns Präsident Präsidentenwahl in Zypern geht in Stichwahl

Die Zyprer haben mehrheitlich den Konservativen Nikos Anastasiades gewählt. Gewonnen hat er aber noch nicht. Ein starker linker Kandidat hat in der Stichwahl die Chance auf das Präsidentenamt.
Update: 28.01.2018 - 21:13 Uhr Kommentieren
Für den Amtsinhaber geht es in die Stichwahl. Quelle: dpa
Nikos Anastasiades

Für den Amtsinhaber geht es in die Stichwahl.

(Foto: dpa)

NikosiaBei der Präsidentenwahl in der Republik Zypern ist ein Stichentscheid nötig. In der ersten Runde erreichte am Sonntag keiner der Kandidaten eine ausreichende Mehrheit. Amtsinhaber Nikos Anastasiades kam nach Auszählung aller Stimmen auf 35,5 Prozent. Er muss nun eine Woche später gegen den zweitplatzierten Stavros Malas antreten, der 30,25 Prozent erhielt. Nicholas Papadopoulos von der Mitte-Rechts-Partei Diko wurde mit 25,74 Prozent Dritter und schied aus.

Damit kommt es am 4. Februar zu einer Neuauflage der Stichwahlen von 2013. Damals hatte Anastasiades seinen Konkurrenten Malas mit deutlichem Vorsprung besiegt.

Im Wahlkampf dieses Jahres hatten abermals die jahrzehntelange ethnische Trennung auf der Insel und die Erholung der Wirtschaft nach der Finanzkrise zentrale Rollen gespielt. Anastasiades galt als Favorit. Spannend war der Kampf um den zweiten Platz. Der von den Kommunisten unterstützte Malas, ein 50-jähriger Genetiker, überholte schließlich den in Umfragen vor ihm liegenden Papadopoulos. Dieser ist der Sohn des verstorbenen früheren Präsidenten Tassos Papadopoulos.

Der 71-jährige Anastasiades, der für seine zweite und nach eigenen Angaben letzte Amtszeit antritt, repräsentiert die alte Garde in der Politik des Landes. Er sagt, seine Erfahrung, sein politisches Geschick und eine ruhige Hand hätten die jüngste Gesprächsrunde mit den türkischen Zyprern über eine Wiedervereinigung der Insel so nah an ein für beide Seiten akzeptables Abkommen gebracht wie noch nie.

Die Verhandlungen waren im Juli dennoch gescheitert. Anastasiades sagte im Wahlkampf, die Wiedervereinigungsgespräche blieben sein vorrangiges Anliegen. Seine erste Amtshandlung wäre es nach eigenen Angaben, das Oberhaupt der türkischen Zyprer, Mustafa Akinci, zu kontaktieren, um die Aussichten für eine Wiederaufnahme der Gespräche auszuloten. Auch Malas hat angekündigt, als erstes mit Akinci sprechen zu wollen.

Zypern ist seit 1974 geteilt, als nach einem Putsch von Anhängern einer Vereinigung mit Griechenland die Türkei den Norden der Insel besetzt hatte. Die später dort ausgerufene Republik Nordzypern, in der heute mehr als 35 000 türkische Soldaten stationiert sind, wird international nur von der Türkei anerkannt.

Papadopoulos und Malas hatten Anastasiades vorgeworfen, mit einem harten, dreijährigen Rettungsprogramm die Mittelschicht der Republik belastet zu haben. Zypern hatte 2013 die Partnerländer in der Eurozone um ein milliardenschweres Hilfspaket gebeten, um angesichts einer Bankenkrise und überhöhter Staatsausgaben einen Staatsbankrott abzuwenden. Anastasiades rühmt sich heute damit, überflüssige Ausgaben gekürzt und wirtschaftsfreundliche Reformen vollzogen zu haben, denen der Konjunkturaufschwung zu verdanken sei. Das zyprische Wirtschaftswachstum von etwa vier Prozent ist eines der höchsten in der EU.

  • ap
Startseite

Mehr zu: Zyperns Präsident - Präsidentenwahl in Zypern geht in Stichwahl

0 Kommentare zu "Zyperns Präsident: Präsidentenwahl in Zypern geht in Stichwahl"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%