Trotz Rekordinflation und Wachstumsrisiken hat die britische Notenbank ihren Leitzins den vierten Monat in Folge unverändert bei fünf Prozent belassen.
Bank of England: Es wird erwartet, dass die Zentralbanker den Zinssatz noch bis Jahresende unangetastet lassen. Foto: ap
HB LONDON. Das teilte die Bank of England am Donnerstag in London mit. Analysten hatten einhellig mit dieser Entscheidung gerechnet. Die Teuerung in Großbritannien liegt derzeit weit über der Zielmarke von zwei Prozent, bei der die Währungshüter die Preisstabilität gewährleistet sehen. Die kommende Woche anstehenden neuesten Daten könnten einen Anstieg auf mehr als vier Prozent ausweisen.
Hinzu kommen deutlich gestiegene Wachstumsrisiken. Vor allem der Wohnimmobilienmarkt ist in Schieflage geraten. Nach Erhebungen des größten Hypothekenanbieters Halifax fielen die Preise für Häuser im Juli den sechsen Monat in Folge auf nun elf Prozent unter dem Rekordwert vom August 2007.
Manche Experten rechnen bereits damit, dass Großbritannien erstmals seit den frühen 1990er Jahren in eine Rezession abrutscht. Damals hatten Tausende Briten Arbeitsplätze und Häuser verloren.
Im April hatte die Bank of England den Leitzins noch um einen Viertel Prozentpunkt gesenkt, um die von der Finanzkrise in Mitleidenschaft gezogene Konjunktur zu stützen. Die meisten Analysten rechnen nun aber damit, dass die Zentralbanker den Satz noch bis zum Jahresende unangetastet lassen werden.




