0 Bewertungen
21.09.2007 
Rede vor US-Ausschuss

Bernanke: Ausblick wird immer unsicherer

US-Notenbankchef Ben Bernanke rechtfertigt die Zinssenkung: Sie diene dem Zweck, „negative konjunkturelle Effekte der gestiegenen Unsicherheit an den Finanzmärkten zu verhindern“. Allerdings räumt er in seiner jüngsten Rede auch ein, dass der Konjunkturausblick wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten immer unsicherer werde.

Ben Bernanke: "Fed beobachtet Finanzmärkte weiterhin sehr genau." Foto: apLupe

Ben Bernanke: "Fed beobachtet Finanzmärkte weiterhin sehr genau." Foto: ap

HB WASHINGTON. Vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses betonte der Fed-Präsident am Donnerstag erneut, dass die Zentralbank die Situation genau beobachte. Die Fed werde handeln falls nötig, um Preisstabilität und Wachstum zu fördern.

Die Korrektur an den Finanzmärkten bezeichnete der Notenbanker im Frage-und-Antwort-Teil der Anhörung vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses am Donnerstag als „ziemlich stark“. Eine gewissen Risikoneubewertung ist seiner Ansicht nach aber „eine gute Sache“.

Bernanke zeigte sich zuversichtlich, dass das weltweite Finanzsystem in einer „relativ starken Position“ sei, um die Turbulenzen zu überstehen. Die jüngste Zinssenkung der US-Notenbank diene dem Zweck, negative konjunkturelle Effekte der gestiegenen Unsicherheit an den Finanzmärkten zu verhindern.

Die Fed hatte am Dienstag den Leitzins deutlich um einen halben Prozentpunkt auf 4,75 Prozent gesenkt, um eine Ausweitung der Krise an den Märkten auf die Gesamtwirtschaft zu verhindern.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) stimmte der Einschätzung Bernankes zu. Die Zinssenkung der Fed sollte dazu beitragen, den volkswirtschaftlichen Schaden durch die Verschärfung von Kreditkonditionen zu begrenzen. „Die Fed und andere Zentralbanken haben zu recht betont, dass sie bereit zum Handeln sind, um die schädlichen Folgen der Turbulenzen abzuwehren“, sagte ein IWF-Sprecher.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Bush bescheinigt Bernanke „guten Job“

Auch US-Präsident George W. Bush äußerte sich am Donnerstag zur wirtschaftlichen Lage. Er sieht die amerikanische Wirtschaftsentwicklung ungeachtet der Bau-, Hypotheken- und Kreditmarktkrise weiter optimistisch. „Die fundamentalen Daten unserer Ökonomie sind robust“, sagte Bush. Allerdings räumte er ein, dass man derzeit wegen der Turbulenzen an den Kredit- und Immobilienmärkten „beunruhigende Zeiten“ durchlebe. Zwei Tage nach der deutlichen Leitzinssenkung der US-Notenbank bescheinigte Bush deren Chef Ben Bernanke indes, „einen guten Job“ zu machen.

Das US-Konjunkturbarometer sank im August vor allem durch ein schwächeres Verbrauchervertrauen stärker als erwartet. Der Index, der auf zehn wichtigen US-Wirtschaftsdaten beruht, fiel um 0,6 Prozent und damit so stark wie seit sechs Monaten nicht mehr. Das teilte das Conference Bord, ein Institut der Privatwirtschaft, am Donnerstag in New York mit. Ökonomen hatten mit einem Minus von 0,4 Prozent gerechnet. Der Index gibt Aufschluss über die Wirtschaftsentwicklung in den USA in den nächsten drei bis sechs Monaten.

Neben dem schwächeren Vertrauen der Konsumenten drückten den Angaben zufolge vor allem die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und an den Börsen auf den Index. Mit nur einer einzigen Ausnahme hätten sich alle seine Bestandteile im August negativ entwickelt.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

WACHSTUMSPROGNOSEN

Deutschlanddie Wachstumsprognosen für Euro-Zonedie Wachstumsprognosen für USAdie Wachstumsprognosen für Japan

Veränderung des realen BIP zum Vorjahr in %

WACHSTUMSPROGNOSEN DEUTSCHLAND

2009 2008
Consensus Economics 1,3 2,2
IWF 1 2
OECD 1,1 1,9
EU-Kommission 1,5 1,8
Frühjahrsgutachten der Institute 1,4 1,8
Bundesregierung 1,2 1,7
Sachverständigenrat 1,9