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02.05.2008 

Die Vorstellung war, Duisenberg für acht Jahre zu bestellen. Er sollte dann aber „freiwillig“ erklären, sich vorzeitig zurückziehen zu wollen. Der Gedanke dahinter: Sofern Duisenberg den Zeitpunkt seines Rücktritts frei bestimmen konnte, war diese Lösung vertragskonform.

Wenige Tage vor dem Brüsseler Gipfel stimmte Duisenberg gegenüber Juncker einer Verkürzung seiner Amtszeit zu. Er wolle früher aufhören, erklärte der Niederländer. Er müsse aber mitteilen können, dass er aus freien Stücken zurücktreten werde. Ein Datum lasse er sich nicht vorschreiben. Für Juncker war am Freitagabend, sechzehn Stunden vor dem Gipfel, eine Teilung der Amtszeit „eine Idee, auf die wir uns aufgrund des Verhaltens der Franzosen einstellen mussten“.

Zurück zum Brüsseler Gipfel: Nach endlosen Gesprächsserien ist dort bis zum frühen Abend noch kein Kompromiss in Sicht. Dann berichten die Abendnachrichten über den „Kuhhandel“ von Brüssel. Die Deutschen halten erneut Kriegsrat. Das Ergebnis: Entweder wird Duisenberg für acht Jahre ernannt, oder der Gipfel scheitert. Die anderen Länder stimmen dieser klaren Haltung zu.

Duisenberg wird es überlassen, selber zu sagen, wie er sich eine Lösung vorstellt. Vor dem EU-Rat erklärt er, in Anbetracht seines Alters nicht die volle Amtszeit ableisten zu wollen. Er beabsichtige bis Mitte 2002 im Amt zu bleiben, bis die Bargeldeinführung des Euros abgeschlossen sei. Die Entscheidung über seinen Rücktritt liege allein bei ihm. Ohne eine solche Erklärung hätte Frankreich den Gipfel scheitern lassen.

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