29.03.2006

OECD relativiert Exporterfolge: Deutschland fällt bei Globalisierung zurück

Die deutsche Wirtschaft ist weltweit weniger erfolgreich als bisher angenommen. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten „OECD Factbook 2006“ hervor. Erstmals haben die Ökonomen der „Organisation for Economic Cooperation and Development“ (OECD) darin die wichtigsten Indikatoren für die wirtschaftliche Globalisierung verglichen.

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ebo BRÜSSEL. Danach konnte Deutschland seit 2001 zwar seine Rolle als Exportweltmeister für Waren ausbauen. Bei der Ausfuhr von Dienstleistungen und High-Tech-Produkten fällt die deutsche Wirtschaft aber zurück.

So vermelden Irland, Griechenland und Luxemburg seit 1997 die größten Zuwächse beim Export von Dienstleistungen. Deutschland liegt zwar noch über dem OECD-Durchschnitt, aber hinter Ländern wie Spanien oder Großbritannien. Bei der Handelsbilanz für Dienstleistungen ist Deutschland sogar seit Jahren Schlusslicht. Nicht viel besser sieht es beim Exportanteil von zukunftsträchtigen High-Tech-Gütern aus. An der Spitze liegen hier Irland und die Schweiz, während Deutschland auch hier zurückfiel.

Noch düsterer ist die Lage bei den ausländischen Direktinvestitionen. Die OECD sieht darin einen der wichtigsten Indikatoren für die Verflechtung in die Weltwirtschaft. Die größten Zuflüsse ausländischen Kapitals meldeten in den Jahren 2002 bis 2004 die USA, Luxemburg, Großbritannien und Frankreich. Deutschland liegt hingegen abgeschlagen im hinteren Mittelfeld. Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Engagement multinationaler Konzerne in den OECD-Ländern. Den größten Anteil an der Beschäftigung haben „Multis“ in Ländern wie Irland und Luxemburg. Auch in Belgien und Frankreich schaffen ausländische Konzerne viele Jobs. Deutschland liegt hingegen im letzten Drittel.

Zu ähnlichen Ergebnissen war die Bundesbank in ihrem jüngsten Monatsbericht gekommen. Der Titel des Exportweltmeisters dürfe nicht überbewertet werden, warnten die Experten aus Frankfurt.

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FAKTEN

Deutschlanddie Fakten für Euro-Zonedie Fakten für USAdie Fakten für Japan

FAKTEN DEUTSCHLAND

Dez 09 Nov 09 Okt 09 Sep 09
Industrieproduktion, % zum Vormonat -2,6 0,7 -1,8 3,0
Auftragseingang Gesamt, % zum Vormonat -2,3 2,7 -1,7 1,1
Q3 2009 Q2 2009 Q1 2009 Q4 2008
BIP-Wachstum, % zum Vorquartal 0,7 0,4 -3,5 -2,4
2010 2009 2008 2007
Haushaltssaldo in % des BIP -5,3 -3,3 0,0 0,2

alle Daten »

Haushaltssaldo 2008: Prognose der OECD
Quelle: Bundesbank, Destatis, Ifo, OECD

WACHSTUMSPROGNOSEN

Deutschlanddie Wachstumsprognosen für Euro-Zonedie Wachstumsprognosen für USAdie Wachstumsprognosen für Japan

Veränderung des realen BIP zum Vorjahr in %

WACHSTUMSPROGNOSEN DEUTSCHLAND

2010 2009
Consensus Economics 1,7 -4,8
Bundesregierung 1,4 -5,0
IWF 1,5 -4,8
OECD 1,6 -4,9
Sachverständigenrat 1,6 -5,0
EU-Kommission 1,2 -5,0
Herbstgutachten der Institute 1,2 -5,0
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STIMMUNG DEUTSCHLAND

Jan 10 Dez 09 Nov 09
Ifo-Klima 95,8 94,6 93,8
- Ifo-Erwartungen 100,6 98,9 98,7
- Ifo-Lage 91,2 90,4 89,2
ZEW-Index 47,2 50,4 51,1
GfK-Konsumklima 3,4 3,6 3,9

alle Daten »

Ifo-Klima 1)

ARBEITSMARKT DEUTSCHLAND

Jan 10 Dez 09 Nov 09
Arbeitslose in Mill. 3,618 3,276 3,215
Arbeitslosenquote in % 8,6 7,8 7,6
Soz.vers.pfl. Beschäftigte in Mill. 27,769
Erwerbstätige in Mill. 40,416 40,638

alle Daten »

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Destatis, Bundesbank

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