Die Zinsen im Euro-Raum bleiben vorerst unverändert bei 4,0 Prozent. Das teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag nach ihrer Ratssitzung in Frankfurt mit. In Kürze will die EZB die Entscheidung begründen.
HB FRANKFURT. Nach Ansicht von Ökonomen tastet die EZB den wichtigsten Leitzins zur Versorgung der Kreditwirtschaft wegen der Finanzmarktkrise und des starken Euro nicht an. Beide Entwicklungen bedrohen den Aufschwung in Europa. Mit ihrer Entscheidung rückt die Notenbank weiter von ihrem Kurs der Zinserhöhungen ab, obwohl die Inflationsrate im Euro-Raum mit 2,6 Prozent über der kritischen Zwei-Prozent-Marke liegt. Bereits im September hatte die EZB wegen der Finanzmarktturbulenzen auf eine ursprünglich geplante Zinsanhebung verzichtet.
Die meisten Volkswirte hatten mit der Entscheidung vom Donnerstag gerechnet. Die Währungshüter hatten mehrfach betont, sie wollten neue Daten über die wirtschaftliche Entwicklung abwarten und erst dann über ihren künftigen Kurs entscheiden. Am Geldmarkt - an dem die Geschäftsbanken sich gegenseitig Geld leihen - ist die Lage immer noch angespannt.
Bis zum Jahresende rechnet die Mehrheit der Volkswirte nicht mehr mit einem Zinsschritt. Für 2008 werden sowohl Senkungen als auch Erhöhungen prognostiziert. Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs sind am Nachmittag zu erwarten, wenn EZB-Präsident Jean-Claude Trichet während einer Pressekonferenz die Gründe für die Entscheidung erläutert. Dabei dürfte er auch auf den Rekordkurs des Euro eingehen, der am Mittwoch erstmals über 1,47 US-Dollar geklettert war.




