19.10.2007

Ursachen der Preissteigerungen: Neue globale Inflation

Die Preise für den täglichen Bedarf sind stark gestiegen, deshalb nehmen Bürger Kaufkraftverlust und gefühlte Inflation viel stärker wahr. Doch nicht nur in Deutschland wird es immer teurer, sondern weltweit. Welche Folgen die Rückkehr der Inflation hat und wer die Verantwortung dafür trägt.

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Einkaufswagen mit Lebensmitteln und Haushaltswaren: Produkte des täglichen Bedarfs haben sich kräftig verteuert. Foto: dpaLupe

Einkaufswagen mit Lebensmitteln und Haushaltswaren: Produkte des täglichen Bedarfs haben sich kräftig verteuert. Foto: dpa

So teuer wie in diesem Jahr war die Gaudi noch nie. 15,40 Euro für zwei Maß Bier, 8,90 Euro für ein halbes Hendl, 2,20 Euro für zwei Fahrkarten mit dem Bus – macht zusammen 26,50 Euro. Wer in diesem Jahr das Münchner Oktoberfest besuchte, musste tief in die Tasche greifen. Allein die Maß Bier kostete vier Prozent mehr als im Vorjahr. Im Vergleich zu 1985 war der Gerstensaft sogar 150 Prozent teurer.

Damit ist das Ende der Teuerungswelle beim Bier noch längst nicht erreicht. Die Brauereien klagen darüber, dass der Preis für Strom um 23 Prozent gestiegen ist und der für Glas um 30 Prozent. Braumalz kostet sie 84 Prozent mehr als vor einem Jahr und Hopfen doppelt so viel. „Solche Kostensteigerungen können nicht mehr durch Einsparungen aufgefangen werden“, sagt Peter Hahn, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes.

Der Preisschub ist nicht aufs Bier beschränkt. Joghurt, Käse, Quark, Milch, Butter, Backwaren, Wurst oder Eiscreme: „Alles teurer!“, schimpft „Bild“ und fragt aufgeregt: „Sollen Rentner jetzt etwa keine Butter mehr essen?“


» Bild für Bild: Was alles teurer wird


Auch für Energie müssen die Bürger mehr Geld auf den Tisch legen als je zuvor. In den vergangenen sieben Jahren ist der Preis für Haushaltsstrom um 48 Prozent in die Höhe geschossen. An der Zapfsäule markiert der Preis für einen Liter Diesel im September den neuen Rekordstand von 118,5 Cent. Wäre da nicht der starke Euro, läge der Preis noch viel höher.

Im September schnellte die Teuerungsrate für die Lebenshaltung von 1,9 auf 2,5 Prozent in die Höhe. Verantwortlich dafür sei in erster Line ein Sondereffekt, wiegelten die Experten des Statistischen Bundesamtes ab. Weil der Verbraucherpreisindex durch den Rückgang der Energiepreise im September des vergangenen Jahres besonders niedrig ausfiel, errechne sich jetzt eine höhere Zuwachsrate.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die gefühlte Inflation.

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FAKTEN

Deutschlanddie Fakten für Euro-Zonedie Fakten für USAdie Fakten für Japan

FAKTEN DEUTSCHLAND

Dez 09 Nov 09 Okt 09 Sep 09
Industrieproduktion, % zum Vormonat -2,6 0,7 -1,8 3,0
Auftragseingang Gesamt, % zum Vormonat -2,3 2,7 -1,7 1,1
Q3 2009 Q2 2009 Q1 2009 Q4 2008
BIP-Wachstum, % zum Vorquartal 0,7 0,4 -3,5 -2,4
2010 2009 2008 2007
Haushaltssaldo in % des BIP -5,3 -3,3 0,0 0,2

alle Daten »

Haushaltssaldo 2008: Prognose der OECD
Quelle: Bundesbank, Destatis, Ifo, OECD

WACHSTUMSPROGNOSEN

Deutschlanddie Wachstumsprognosen für Euro-Zonedie Wachstumsprognosen für USAdie Wachstumsprognosen für Japan

Veränderung des realen BIP zum Vorjahr in %

WACHSTUMSPROGNOSEN DEUTSCHLAND

2010 2009
Consensus Economics 1,7 -4,8
Bundesregierung 1,4 -5,0
IWF 1,5 -4,8
OECD 1,6 -4,9
Sachverständigenrat 1,6 -5,0
EU-Kommission 1,2 -5,0
Herbstgutachten der Institute 1,2 -5,0
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STIMMUNG DEUTSCHLAND

Jan 10 Dez 09 Nov 09
Ifo-Klima 95,8 94,6 93,8
- Ifo-Erwartungen 100,6 98,9 98,7
- Ifo-Lage 91,2 90,4 89,2
ZEW-Index 47,2 50,4 51,1
GfK-Konsumklima 3,4 3,6 3,9

alle Daten »

Ifo-Klima 1)

ARBEITSMARKT DEUTSCHLAND

Jan 10 Dez 09 Nov 09
Arbeitslose in Mill. 3,618 3,276 3,215
Arbeitslosenquote in % 8,6 7,8 7,6
Soz.vers.pfl. Beschäftigte in Mill. 27,769
Erwerbstätige in Mill. 40,416 40,638

alle Daten »

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Destatis, Bundesbank

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