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19.10.2007 

Im August mussten die Bundesbürger zudem zwischen sechs und neun Prozent mehr für die Energie aus der Steckdose zahlen als im Vorjahr. Für den Preisschub ist neben den gestiegenen Abgaben an den Staat und den anziehenden Kosten für fossile Brennstoffe auch der Mangel an Wettbewerb in der Strombranche verantwortlich. Die großen Energieversorger haben sich den deutschen Markt in vier Zonen aufgeteilt, in denen sie sich nicht ins Gehege kommen. Die hohen Durchleitungsgebühren, die sie von ihren Konkurrenten verlangen sowie ihre Weigerung, durch bestimmte Gebiete Strom von Billiganbietern durchzulassen, halten den Wettbewerbsdruck gering und die Preise hoch. „Ein Vergleich der Kosten und Preise mit liberalisierten Märkten zeigt, dass die Strompreise in Deutschland viel zu hoch sind“, sagt Uwe Leprich, Energieexperte an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Saarbrücken.

Arbeitskräfte werden knapp. Die neue Inflation ist auch auf steigende Arbeitskosten zurückzuführen. Arbeitskräfte, vor allem gut qualifizierte, werden weltweit knapp und teuer. Das gilt selbst für das Billiglohnland China, das in den vergangenen Jahren den Standard für den niedrigsten Produktpreis gesetzt hatte. Nicht zuletzt aufgrund der demografischen Entwicklung klagen Fabrikmanager im Reich der Mitte nun über zunehmende Engpässe gerade bei jungen Arbeitern.

Einer davon ist Zhang Jingming. Umgerechnet 263 Dollar verdient er heute pro Monat in der Dahon-Fahrradfabrik im südchinesischen Shenzhen. Im Februar hatte er erst 197 Dollar in der Lohntüte. Die kräftige Lohnerhöhung erkämpfte er sich mit der Drohung, zu einer anderen Firma zu wechseln, wo er mehr verdient hätte.

„Noch vor drei oder vier Jahren“, sagt Zhong Yi, Vizedirektor einer Lederjackenfabrik im ostchinesischen Hangzhou, „galten 80 bis 100 Euro im Monat als guter Lohn für einen Arbeiter, jetzt sind 150 Euro Minimum.“ Im Schnitt ist der Lohn für Industriearbeiter in China in den vergangenen zwölf Monaten um 15 Prozent gestiegen.

Ähnlich hoch sind die Lohnzuwächse bei Chinas Konkurrent Indien. Für gute Ingenieure müssen Unternehmen bereits 75 Prozent des Gehalts eines Ingenieurs in den USA auf den Tisch legen. QualifizierteArbeitskräfte werden auch in Indien knapp, ihre Löhne steigen. „Asien“, war- nen daher die Ökonomen von UniCredit, „ wandelt sich vom Deflations- zum Inflationsexporteur.“

Lesen Sie weiter auf Seite 5: Inflation ist immer auch ein monetäres Problem.

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Consensus Economics 0,3 1,7
OECD -0,9 1,7
Sachverständigenrat 0,0 1,7
IWF -0,8 1,7
EU-Kommission 0,0 1,7
Bundesregierung 0,2 1,7
Herbstgutachten der Institute 0,2 1,8