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30.11.2007 
Subprime-Krise

Rettungsplan für Millionen US-Kredite

Die US-Regierung und führende amerikanische Banken wollen in einer konzertierten Aktion den drohenden Ausfall weiterer Millionen von Hypothekenkrediten verhindern. Dazu sollen die automatisch steigenden Zinssätze für zahlreiche Eigenheimkredite vorübergehend eingefroren werden. Ausfälle müssten nicht nur Hypothekengeber akzeptieren.

Ein Notfallplan soll US-Amerikanische Häuslebauer vor dem Verkauf ihrer Häuser bewahren. Foto: dpa Lupe

Ein Notfallplan soll US-Amerikanische Häuslebauer vor dem Verkauf ihrer Häuser bewahren. Foto: dpa

HB NEW YORK. US-Hypothekenkredite haben in der Regel nicht - wie etwa meist in Deutschland - einen festen Zinssatz über zehn oder mehr Jahre. Die Banken locken Kreditnehmer mit niedrigeren Startzinsen, die später steigen und die monatliche Last deutlich erhöhen. Allein in den nächsten beiden Jahren stehen laut Schätzungen mehr als zwei Millionen solcher Kredite zur Erhöhung an - angesichts der Finanzkrise eine Zeitbombe von Zahlungsausfällen und Zwangsversteigerungen.

Wie das „Wall Street Journal“ am Freitag berichtet, arbeiten das US-Finanzministerium und einige stark im Hypothekengeschäft engagierte Banken noch an Details des Notfall-Plans. Konkret ist daran gedacht, jenen Hypothekenschuldnern mit niedriger Bonität den vereinbarten niedrigen Anfangszins für einen längeren Zeitraum zu gewähren, die andernfalls ihre Kredite nicht mehr bedienen könnten. Es sei aber noch nicht entschieden, welche Kreditnehmer genau für einen Stopp der Zinsanhebung in Frage kommen und wie lange die Aussetzung der Erhöhung dauern soll.

Durch eine solche Regelung müssten die Banken zwar hohe Zinsausfälle hinnehmen, würden aber drohende, noch weit teurere Kreditpleiten verhindern. Nicht nur die Hypothekengeber, auch Investoren in Wertpapiere, die mit Subprime-Krediten besichert sind, müssten bei einer Einigung draufzahlen. Sie bekämen niedrigere Zinszahlungen ebenfalls zu spüren. Wie das Journal schreibt, wächst nach anfänglicher Skepsis im Lager der Investoren die Einsicht, dass niedrigere Zinszahlungen besser seien als Ausfälle auf breiter Front.

Angesichts der drohenden nächsten Runde in der Kreditkrise war der Druck der Öffentlichkeit auf Banken und Politik zuletzt immer größer geworden, die Zinsen einzufrieren. Die Bush-Regierung könnte mit einer Lösung des Problems signalisieren, dass sie wie in der amerikanischen Öffentlichkeit gefordert, endlich tätig geworden ist.

Die Immobilienkredite mit variablen Konditionen laufen zum Beispiel zwei Jahre mit 7 Prozent Zinssatz und springen dann bis auf 11 Prozent. Für einen typischen Kreditnehmer bedeutet das mehrere hundert Dollar Zusatzbelastung pro Monat. Dies ist für viele derzeit nicht mehr leistbar. Betroffen sind davon nicht nur Bankkunden mit wenig Sicherheiten (subprime), sondern zunehmend auch bislang solidere Kunden. Viele haben auf steigende Hauspreise gesetzt und sich nun angesichts der Immobilienkrise damit verspekuliert.

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