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01.08.2007 
Wirtschaftswachstum

Rohstoffboom beflügelt Lateinamerika

von Klaus Ehringfeld

Die Volkswirtschaften Lateinamerikas bleiben weiter auf kräftigem Wachstumskurs. Angetrieben von einer positiven Weltkonjunktur werde das Bruttoinlandsprodukt der Region in diesem Jahr um durchschnittlich fünf Prozent zulegen, schreibt die Uno-Wirtschaftskommission für Lateinamerika (Cepal) in ihrer jüngsten Prognose. Allerdings gibt es starke regionale Unterschiede.

Wachstumslokomotive Südamerika: Anhaltend gute Aussichten.

Wachstumslokomotive Südamerika: Anhaltend gute Aussichten.

MEXIKO-STADT. Damit steigt die Wirtschaftskraft in Mittel- und Südamerika im fünften Jahr in Folge an. 2006 wuchs das BIP der Region um 5,6 Prozent, vor allem dank der guten US-Konjunktur. Für 2008 prognostiziert Cepal ein Plus von 4,6 Prozent.

Hauptgrund für die anhaltend guten Aussichten seien die hohen Preise für Rohstoffe wie Erdöl, Silber, Kupfer und Soja, sagt Rodolfo Navarrete, Chefvolkswirt vom Investmenthaus Vector in Mexiko-Stadt. Dadurch fließe viel Geld in die nationalen Märkte, was wiederum Konsum und Investitionen ankurbele. Sollte die Cepal-Prognose für dieses Jahr eintreffen, wird die Wirtschaftsleistung der Region zwischen 2003 und 2007 im Schnitt um 4,68 Prozent pro Jahr gestiegen sein. Die Volkswirtschaften des amerikanischen Subkontinents zeigten inzwischen eine Robustheit, die Anlass zu Optimismus gebe, stellt die Uno-Kommission fest.

Im laufenden Jahr gibt es allerdings deutliche regionale Unterschiede. Während die Wirtschaft in Südamerika um 5,7 Prozent wächst, bleiben Zentralamerika und Mexiko mit einem Plus von durchschnittlich 3,6 Prozent zurück. Vor allem Mexiko verfehlt mit einem BIP-Anstieg von 3,2 Prozent klar das Klassenziel und bildet das Schlusslicht in Lateinamerika. „Mexiko ist sehr abhängig von externen Faktoren wie dem verlangsamten US-Wachstum im ersten Halbjahr“, betonte Cepal-Generalsekretär José Luis Machinea. Das Land setze wirtschaftlich zu einseitig auf den Export, und der gehe fast nur in die USA, kritisiert Vector-Ökonom Navarrete. Seit 1994 ist Mexiko mit den USA und Kanada in der Nordamerikanischen Freihandelszone (Nafta) vereint und wickelt bis zu 90 Prozent seines Außenhandels mit dem Nachbarn ab.

Am stärksten wächst die Wirtschaftsleistung dieses Jahr in Panama (8,5 Prozent), vor allem bedingt durch den Ausbau des Kanals. Der Karibikstaat Trinidad und Tobago, dank üppiger Gasvorkommen einer der größten Produzenten von Methanol und Ammoniak, steigert sein BIP um acht Prozent. Argentinien (Autos, Soja, Gas) und die Dominikanische Republik (Tourismus und Freihandelszone) wachsen um jeweils 7,5 Prozent. Im Ölstaat Venezuela sinkt die Leistung von 10,3 auf 6,8 Prozent, weil Teile der Wirtschaft verstaatlicht werden und Investoren Kapital abziehen. Im Bürgerkriegsstaat Kolumbien hingegen boomt die Wirtschaft wie seit drei Jahrzehnten nicht mehr. 2007 soll das BIP so wie im Vorjahr um 6,8 Prozent zulegen. Die Verbesserung der Sicherheitslage, die Kapital anlockt und die Bevölkerung zum Reisen und Konsumieren animiert, sowie der Zufluss von Drogengeldern stützen das Wachstum.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Trotz der positive Prognose gibt es Faktoren, die das Wachstum Lateinamerikas bremsen könnten.

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WACHSTUMSPROGNOSEN DEUTSCHLAND

2010 2009
Consensus Economics 0,4 -5,8
OECD 0,2 -6,1
EU-Kommission 0,3 -5,4
Bundesregierung 0,5 -6,0
Frühjahrsgutachten der Institute -0,5 -6,0
IWF -1,0 -5,6
Sachverständigenrat 0