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20.08.2007 

Volkswirte und Wirtschaftsverbände teilen die Sorgen, warnen aber nach den jüngsten Ereignissen an den Finanzmärkten vor Panikmache. Trotz der jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten sind die Perspektiven für die Weltwirtschaft nach Worten von IWF-Chef Rodrigo Rato weiter gut. Die Liquiditätsspritzen der Zentralbanken in Milliardenhöhe seien eine angemessene Antwort auf die Engpässe an den Kreditmärkten gewesen, sagte der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) am Montag in der mosambikanischen Hauptstadt Maputo. Rato räumte allerdings ein, dass das Weltwirtschaftswachstum durch die Verwerfungen im Zuge der Probleme am US-Immobilienmarkt wohl leicht beeinträchtigt werde.

„Grundsätzlich fühlen wir uns für 2007 und 2008 noch relativ sicher. Trotzdem sehen wir, dass mit der Krise an den Finanzmärkten ein neuer Risikofaktor auf uns zukommt. Ich spreche bisher von einem Risikofaktor, noch nicht von einer realen Gefahr“, sagte zudem Gesamtmetallpräsident Martin Kannegiesser dem Handelsblatt.

Deutschland genieße zwar den Vorteil, dass der Produktmix mit seinem Schwerpunkt auf Investitionsgütern voll im Fokus der weltweiten Nachfrage liege. Gleichzeitig müsse man aber sehen, dass die Nachfrage nach Investitionsgütern in ganz besonderem Maße von Zukunftserwartungen und Finanzierungsmöglichkeiten abhängt. "Das ist die kritische Schnittstelle zu den Finanzmärkten: Falls Finanzierungen künftig schwieriger zu bekommen sind und sich die Aussichten für die Entwicklung der Weltwirtschaft nachhaltig eintrüben sollten, dann hat das einen besonders starken Einfluss auf die Rahmenbedingungen für die deutsche Industrie", urteilt Kannegiesser.


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Derartige Probleme sieht Gernot Nerb vom Münchener Forschungsinstitut Ifo nicht: "Die Gewinne deutscher Unternehmen sind so deutlich gestiegen, dass sie nicht auf die Banken angewiesen sind." Unabhängig solch eines Bedarfs mag Stefan Best von der Ratingagentur Standard & Poor's keine Probleme erkennen, die Banken dazu bringen würden, ihre Kreditvergabe an die Wirtschaft einzuschränken.

"An eine Kreditklemme glaube ich definitiv nicht. Die Notenbanken haben ja deutlich und schnell auf die Liquiditätsengpässe reagiert", verbreitet Anton Börner, Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels, Optimismus. Am Freitag hatte die US-Notenbank überraschend ihren Diskontsatz um einen halben Prozentpunkt gesenkt und damit für Erleichterung an den Börsen ausgelöst.

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WACHSTUMSPROGNOSEN DEUTSCHLAND

2009 2008
Consensus Economics 1,1 2,0
EU-Kommission 1,5 1,8
OECD 1,1 1,5
IWF 1 2
Frühjahrsgutachten der Institute 1,4 1,8
Bundesregierung 1,2 1,7
Sachverständigenrat 1,9