Solche Forderungen fallen in Washington gerade im Wahljahr auf fruchtbaren Boden. "Wir schauen uns verschiedene Möglichkeiten an. Sie müssen aber eine breite Wirkung haben", sagte Charles Schumer, einflussreicher demokratischer Senator aus New York. Sein Parteikollege Barney Frank aus dem Repräsentantenhaus wird sogar noch deutlicher: "Wenn man an Steuersenkungen denkt, müssen sie sich auf die Mittelklasse und die Arbeitnehmer konzentrieren", fordert der Vorsitzende des Finanzausschusses.
Die Demokraten stemmen sich seit langem dagegen, die von Präsident Bush erlassenen Steuersenkungen für die Besserverdienenden zu verlängern. Die Wirtschaftskrise gibt ihnen jetzt einen mächtigen Hebel dafür in die Hand. Selbst unabhängige Ökonomen wie Greg Valliere von der Stanford Group räumen ein, dass Abgabensenkungen vor allem den konsumstarken Schichten zugute kommen sollten.
Die demokratischen Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur, von Hillary Clinton über John Edwards bis Barack Obama, fordern daher, die Steuergeschenke für die Reichen wieder einzusammeln und sie auf die einkommensschwächeren Schichten zu verteilen.
Bush kommt damit in eine Zwickmühle. Auch er bestreitet inzwischen nicht mehr, dass die schwächelnde Wirtschaft eine staatliche Anschubhilfe gebrauchen könnte. Zugleich will er jedoch auf jeden Fall sein früheres Steuerpaket retten und würde deshalb vermutlich die Pläne der Demokraten mit einem Veto blockieren. Am Ende könnte er damit jedoch als Bremsklotz für die Hilfe an die wirtschaftlich gebeutelten Wähler dastehen.




