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23.01.2008 

Wie ist in diesem Lichte die Zins- und Geldpolitik der Notenbank zu beurteilen?

Fangen wir bei der Marktreaktionen an. Die Anleger haben das Vertrauen verloren, das Vertrauen in monetäre Machbarkeiten. Ursache ist die Weigerung des früheren Fed-Chefs Alan Greenspan kleinere Finanzmarktkorrekturen hinzunehmen, stattdessen das System mit Liquidität zu überschwemmen.

Müssen die Leitzinsen denn noch weiter gesenkt werden?

Für mich stellt sich bei der nächsten anstehenden Entscheidung nächste Woche trotz der jüngsten Maßnahmen nur eine Frage: Wird die US-Notenbank um weitere 50 oder sogar noch einmal 75 Basispunkte senken? Die Fed hat sich einfach entschlossen die Inflationsgefahren exzessiver Zinssenkungen zu ignorieren. Sie wird weiter senken um das System zu stabilisieren. Das mag sich als Fehler erweisen. Die Kern-Inflationsrate dürfte in den kommenden zwei Jahren bis auf drei Prozent steigen, Größenordnungen von fünf Prozent sehe ich allerdings nicht.

Wird die Europäische Zentralbank ihren bisherigen Kurs beibehalten?

Bis jetzt ist die EZB der Gewinner der Krise. Marktexperten sagen, dass sie gute Arbeit leistet und an Vertrauen gewonnnen hat. Die EZB stellt zwar fast unbegrenzt Liquidität zur Verfügung, betont aber gleichzeitig ihre Absicht zur Inflationsbekämpfung. Die Fed hat dagegen an Disziplin verloren. Dennoch steht die EZB vor einer großen Herausforderung: Der Druck zur Zinssenkung steigt in einem Umfeld weltweit steigender Inflation. Aber sie wird vielleicht eher mit einer milden Rezession leben wollen als die Zinsen zu senken.

Was würden Sie einem Euro-Anleger empfehlen?

Eine konservative Depotstruktur.

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Consensus Economics 1,1 2,0
OECD 1,1 1,5
IWF 1 2
EU-Kommission 1,5 1,8
Frühjahrsgutachten der Institute 1,4 1,8
Bundesregierung 1,2 1,7
Sachverständigenrat 1,9