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21.04.2008 
Frühjahrsprognose der Regierung

Wachstumsdelle im Wahljahr

von Sven Afhüppe

Ausgerechnet im Wahljahr muss die Bundesregierung eine deutliche Abschwächung des Wirtschaftswachstums verkraften. Nach Informationen des Handelsblatts aus Regierungskreisen erwartet Wirtschaftsminister Glos nur noch eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von 1,2 Prozent in 2009. Das wirbelt einiges durcheinander.

Ender der Party? Die Regierung rechnet mit einer deutlichen Abschwächung des Wirtschaftswachstums. Foto: dpaLupe

Ender der Party? Die Regierung rechnet mit einer deutlichen Abschwächung des Wirtschaftswachstums. Foto: dpa

BERLIN. Die Frühjahrsprognose der Regierung, die mit dem Kanzleramt und dem Finanzministerium bereits abgestimmt ist, stellt Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) am kommenden Donnerstag vor. Auch mit Blick auf das schwierige ökonomische Umfeld arbeiten sowohl das Bundeskanzleramt wie auch das Bundesfinanzministerium an einem ressortübergreifenden Sparpaket, um im Jahr 2011 einen schuldenfreien Bundeshaushalt vorlegen zu können.

Mit der neuen Wachstumsprognose bleibt die Bundesregierung leicht hinter den Erwartungen der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute zurück. Diese hatten in der vergangenen Woche eine Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Leistung von 1,4 Prozent für das nächste Jahr in Aussicht gestellt, für dieses Jahr erwarten die Konjunkturforscher ein Wachstum von 1,8 Prozent. Wirtschaftsminister Glos hält dagegen an seiner aktuellen Prognose von 1,7 Prozent für 2008 fest.

Für Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) wird es damit schwieriger, die Neuverschuldung des Bundes im nächsten Jahr weiter zu reduzieren. Laut der mittelfristigen Finanzplanung der Regierung soll die Nettokreditaufnahme von 11,9 Mrd. Euro in diesem Jahr auf nur gut zehn Mrd. Euro in 2009 sinken. 2010 plant Steinbrück mit sechs Mrd. Euro Neuverschuldung, bevor 2011 der Bundeshaushalt ausgeglichen sein soll.


Tabelle  Infografik: Der Weg aus der Schuldenfalle


Um das Ziel eines ausgeglichenen Bundeshaushalts zu erreichen, erhöhen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Finanzminister Steinbrück den Druck bei der Haushaltskonsolidierung. Nach Informationen des Handelsblatts aus Regierungskreisen arbeiten sowohl das Kanzleramt wie auch das Finanzministerium an einem ressortübergreifenden Sparpaket. „Alle Ministerien müssen einen Sparbeitrag leisten, damit politisch gewollte Projekte wie die Erhöhung der Forschungsausgaben und zusätzliche Entwicklungshilfe finanziert werden können“, heißt es in der Spitze des Finanzministeriums. Die konkreten Kürzungsvorschläge halten Kanzleramt wie Finanzministerium aber unter Verschluss. Der Finanzplan erlaubt nur einen Anstieg der Bundesausgaben von etwas mehr als zwei Mrd. Euro.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Kritik des Finanzministers

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2009 2008
Consensus Economics 0,3 1,7
OECD -0,9 1,7
Sachverständigenrat 0,0 1,7
IWF -0,8 1,7
EU-Kommission 0,0 1,7
Bundesregierung 0,2 1,7
Herbstgutachten der Institute 0,2 1,8