Der Anstieg des Ölpreises birgt nach Ansicht Webers sowohl konjunkturelle wie auch inflationäre Risiken. „Der kurzfristige Ausschlag des Ölpreises ist weitgehend getrieben durch geopolitische Risiken, durch Anspannungen im nahen und mittleren Osten. Das gab es auch schon in der Vergangenheit. An den Märkten wird damit gerechnet, dass sich die Ölpreise von ihren Höchstständen mittelfristig wieder zurückbilden. Nichtsdestotrotz ist ein Ölpreis von 70 bis 80 Dollar je Barrel langfristig nicht auszuschließen“, sagte Weber.
Bislang habe die Weltwirtschaft den Ölpreisanstieg erstaunlich gut weggesteckt. Weber sieht daher keinen Grund zu glauben, dass sich das am aktuellen Rand ändert. Geldpolitischen Handlungsbedarf sieht der Bundesbank-Präsident erst dann gegeben, „wenn beispielsweise die höheren Rohstoffpreise einen breit basierten Anstieg der Konsumentenpreise auszulösen drohen“. Dann müssten die Notenbanken solchen Zweitrundeneffekten entschieden entgegentreten.
Inflationsrisiken sieht Weber vor allem wegen der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland und Europa. „Nicht nur in Deutschland, auch im Euroraum gibt es Inflationsrisiken. Das kann zukünftigen geldpolitischen Handlungsbedarf auslösen. Wir müssen jetzt diese Inflationsrisiken sehr genau beobachten. Sie sind nach oben gerichtet und am aktuellen Rand sogar gestiegen. Das darf eine Notenbank nicht vernachlässigen“, sagte Weber in dem Gespräch mit dem Handelsblatt.




