-Erneuter Rückschlag
Deutscher Einzelhandel kommt nicht in Schwung

Erneuter Rückschlag für den deutschen Einzelhandel: Die Branche bleibt das Sorgenkind der deutschen Wirtschaft. Nach einem guten Jahresauftakt sank der Umsatz im Februar überraschend wieder.

HB WIESBADEN. Der Einzelhandel verkaufte preisbereinigt (real) 1,6 Prozent weniger als im Vormonat und 0,3 Prozent weniger als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Januar war der Umsatz noch gestiegen.

„Der Durchbruch lässt auf sich warten“, sagte der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr. „Die Zahlen sind eher ernüchternd.“ 2007 war der Aufschwung am Einzelhandel vorbeigegangen, weil die Kaufkraft der Deutschen wegen stark steigender Lebensmittel- und Energiepreise schrumpfte.

Die anhaltend hohe Teuerung bekommt vor allem der Lebensmittelhandel zu spüren, auf den ein Drittel des gesamten Umsatzes entfällt. Hier gab es mit 4,1 Prozent das größte reale Minus im Vergleich zum Februar 2007. „Die Kunden sind nach wie vor sehr preisbewusst“, sagte Pellengahr. Auch Waren- und Kaufhäuser hatten real 2,2 Prozent weniger in den Kassen. Dagegen verzeichnete der Handel mit Bekleidung mit 7,4 Prozent das stärkste Plus. Auch der Verkauf von Büchern, Schmuck, Möbeln, Haushaltsgeräten, Kosmetik und medizinischen Produkten zog spürbar an.

Trotz des Rückschlags rechnet der HDE weiter mit einem nominalen Umsatzplus von zwei Prozent in diesem Jahr. „Der Februar ist traditionell der umsatzschwächste Monat des Jahres“, sagte Pellengahr. Er lasse daher kaum Rückschlüsse für das Gesamtjahr zu. Auch Ökonomen sagen dem Einzelhandel wegen der sinkenden Arbeitslosigkeit und höherer Lohnabschlüsse wieder bessere Zeiten voraus. „Die Rahmenbedingungen sind gut. Das müsste sich mittelfristig stabilisierend auf den Einzelhandel auswirken“, sagte Stefan Mütze von der Helaba.

Allein im März sank die Arbeitslosenzahl um 110 000 auf 3,5 Millionen und damit auf den niedrigsten März-Stand seit 1993. Die 1,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen erhalten rückwirkend ab Januar rund fünf Prozent mehr Gehalt - das ist der kräftigste Zuwachs seit Jahren. Viele Wirtschaftsinstitute sehen den privaten Konsum als wichtigste Wachstumsstütze in diesem Jahr.

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