0,7 Prozent Zuwachs im Vergleich zum Vorquartal
Wirtschaftsforscher sehen Lichtstreif im Osten

Die ostdeutsche Wirtschaft wächst nach Einschätzung des IWH im Frühjahr nach dem zähen Start ins Jahr mit deutlich mehr Schwung.

HB BERLIN. Für das zweite Quartal erwartet das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in seinem am Donnerstag vorgelegten Konjunkturbarometer einen Zuwachs des realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den neuen Ländern um 0,7 Prozent zum Vorquartal.

Während die gesamte deutsche Wirtschaft in den ersten drei Monaten des Jahres dank starker Exporte um ein Prozent gewachsen war, hatte die ostdeutsche Wirtschaftsleistung nur um 0,2 Prozent zugelegt. „Ausschlaggebend dafür war der tiefe Absturz im Baugewerbe“, erklärten die Hallenser Forscher. Dabei habe vor allem das harsche Winterwetter den Bau gebremst.

„Für das laufende Quartal sprechen die vorliegenden Indikatoren für eine Verstärkung des Wachstumstempos der Produktion in den neuen Bundesländern“, schrieben die IWH-Ökonomen. So habe das verarbeitende Gewerbe in den ersten Monaten fast sechs Prozent mehr Bestellungen als im Schlussquartal 2004 erhalten. Zudem bewertete die Ost-Industrie ihre Geschäftsaussichten zuversichtlicher. „Im Baugewerbe werden die witterungsbedingten Produktionsausfälle vom ersten Quartal teilweise wettgemacht.“

Bei den Dienstleistern setzt sich dem Institut zufolge die allmähliche Belebung bei den produktionsnahen Unternehmen fort. „Im Handel bleiben allerdings bislang neue Impulse nach dem Vollzug der im alten Jahr zurückgestellten Käufe aus.“

Für die Wirtschaftsleistung in ganz Deutschland sind viele Ökonomen angesichts zuletzt schwacher Frühindikatoren aber skeptisch für das laufende Vierteljahr. Viele Experten erwarten eine deutliche Verlangsamung des Wachstumstempos.

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