1,1 Prozent Inflationsrate
Leben wird vor Weihnachten teurer

Wie in der Vorweihnachtszeit üblich mussten die Deutschen auch im Dezember 2003 für ihre Lebenshaltung deutlich tiefer in die Tasche greifen. Vor allem Urlaubsreisen trieben die Teuerung an.

HB BERLIN. Die Verbraucherpreise seien von November auf Dezember um 0,8 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Montag nach vorläufigen Berechnungen auf Basis von Daten aus sechs Bundesländern mit. Die Jahresteuerung habe sich auf 1,1 Prozent nach 1,3 Prozent im November abgeschwächt. Damit betrug die Inflationsrate im Jahresschnitt 2003 den Statistikern zufolge 1,1 Prozent. Dies war die niedrigste Jahresrate seit 1999, als die Teuerung bei 0,6 Prozent gelegen hatte. Im vergangenen Jahr hatte die Rate 1,4 Prozent betragen. Experten gehen davon aus, dass die Verbraucherpreise in Deutschland auch 2004 nur moderat steigen werden.

Teurerer Urlaub treibt Lebenshaltungskosten hoch

Grund für den Preissprung im Dezember waren vor allem die wegen der bevorstehenden Weihnachtsferien höheren Kosten für den Urlaub. „Die Preise für Pauschalreisen waren im Dezember um 33,1 Prozent und die Mieten für Ferienwohnungen und -häuser um 69,5 Prozent höher als im November“, erklärten beispielsweise die Statistiker aus Hessen.

Im Jahresvergleich sorgten bei Nahrungsmittel weiter die Folgen von Hitze und Dürre dieses Sommers für höhere Preise: In Hessen kosteten Lebensmittel 1,6 Prozent und in Nordrhein-Westfalen 1,3 Prozent mehr, saisonabhängige Nahrungsmittel waren hier 5,2 Prozent teurer, wobei allein Speisekartoffeln über 22 Prozent mehr kosteten.

Dagegen machten sich die Rabattaktionen des Einzelhandels besonders bei Bekleidung und Schuhen bemerkbar: In Hessen kosteten diese Waren im Schnitt fast drei Prozent weniger als vor einem Jahr, in Nordrhein-Westfalen 0,2 Prozent weniger. Zum Vormonat sanken die Preise jeweils um 0,8 Prozent.

Euro dämpft Preisanstieg bei Öl

Bei den Kosten für Energie und Mineralölprodukte wirkte der starke Euro dem Preisanstieg bei Rohöl entgegen. So war Heizöl in Hessen im Dezember fast drei Prozent billiger als im November und auch als im Vorjahr. Die Gemeinschaftswährung markierte auch am Montag ein Rekordhoch zum Dollar und stieg zeitweise auf 1,2447 Dollar. Die Euro-Stärke spiegelte sich auch in den Preisen für deutsche Importe wieder, für die im November 1,1 Prozent weniger als vor einem Jahr bezahlt werden musste. Ohne Mineralölerzeugnisse und Rohöl hätte der Preisrückgang allerdings sogar 1,6 Prozent betragen.

Der für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) maßgebliche harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) stieg den Angaben des Statistikamts zufolge im Dezember ebenfalls um 0,8 Prozent und lag damit um 1,0 Prozent über dem Niveau vom Dezember 2002. Mit dieser Inflationsrate liegt Deutschland weiter deutlich unter dem Durchschnitt in der Euro-Zone, wo die Jahresteuerung im November bei 2,2 Prozent lag.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%