1,9 Prozent
Sachverständige halten an Wachstumsprognose fest

Der Sachverständigenrat für die Wirtschaftsentwicklung bleibt trotz einer pessimistischer gewordenen Erwartung der Bundesregierung bei seiner Prognose für das neue Jahr. Die Konjunkturdynamik werde sich allerdings verlangsamen, dennoch bleiben die Wirtschaftsweisen „vorsichtig optimistisch“.

HB BERLIN. Das Gremium rechne 2008 mit einem Wachstum von 1,9 Prozent, sagte der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, Wolfgang Franz, in der „Passauer Neuen Presse“ vom Donnerstag und bekräftigte damit die Prognose vom November. Zwar werde sich die Konjunkturdynamik verlangsamen. „Dennoch können wir vorsichtig optimistisch sein, dass das neue Jahr ein zufriedenstellendes wird. Auf dem Arbeitsmarkt wird es ebenfalls vorangehen. Wir rechnen im Jahresschnitt mit nur noch 3,5 Millionen Arbeitslosen.“

Wirtschaftminister Michael Glos hatte zuvor die Erwartungen der Bundesregierung von zwei Prozent auf „knapp unter“ zwei Prozent abgesenkt. Die Risiken für die Konjunktur seien größer geworden und die Finanzkrise in den USA sei noch nicht überstanden, warnte der CSU-Politiker. Für eine genaue Prognose sei es aber noch zu früh.

Franz – einer der fünf sogenannten Wirtschaftsweisen des Sachverständigenrates – geht davon aus, das die inflationären Tendenzen im neuen Jahr zurückgehen werden und rechnet mit einer Preissteigerungsrate von etwa zwei Prozent. Er rief die Tarifparteien auf, sich auf moderate Lohnabschlüsse zu einigen, um den Aufschwung nicht zu gefährden. Die acht Prozent, die die Gewerkschaften im Öffentlichen Dienst forderten, seien völlig überzogen. „Gesamtwirtschaftlich besteht ein Verteilungsspielraum von zwei bis 2,5 Prozent, jedoch kommt es auf den Spielraum der jeweiligen Branchen an“, sagte Franz.

Die Hypotheken-Krise sieht er noch nicht ausgestanden: „Wie hoch die Risiken bei jeder einzelnen Bank sind, werden wir demnächst erfahren, wenn die Banken ihre Bilanzen publizieren. Ich befürchte darüber hinaus, dass in den nächsten Wochen und Monaten noch einiges auf uns zukommen wird.“ Erst Mitte des Jahres dürften das Gröbste überstanden sein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%