11,2 Prozent Plus
Deutsche Exporte weiter auf Wachstumskurs

Die deutschen Exporteure haben im ersten Halbjahr ihre Geschäfte erneut kräftig ausgeweitet. Besonders hoch war die Nachfrage nach Waren „Made in Germany“ aus den Ländern außerhalb Europas. Allerdings stützte der Außenhandel das gesamte Wachstum nicht wie erwartet. Experten sehen darin durchaus Positives.

HB BERLIN. Die Ausfuhren kletterten von Januar bis Juni um 11,2 Prozent, erreichten damit aber nicht mehr das Plus von fast 14 Prozent aus 2006, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Im Juni stiegen die Exporte etwas überdurchschnittlich, aber der Außenhandel dürfte das gesamte Wachstum im Frühjahr nicht so stark angeschoben haben wie angenommen.

Grund dafür ist ein überraschend starker Anstieg der Importe. Für das Bruttoinlandsprodukt erwarten Experten nun ein schwächeres Plus als die 0,5 Prozent zum Jahresauftakt.

Die Unternehmen verkauften im Juni Waren im Wert von 82 Milliarden Euro ins Ausland. Dies waren 11,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und kalender- und saisonbereinigt 2,1 Prozent mehr als im Mai. „Insgesamt zeigen die Zahlen, dass die Exportwirtschaft weiter floriert“, sagte Ulrike Kastens vom Bankhaus Sal. Oppenheim. „Wir rechnen damit, dass der Export weiter ein wesentliches Standbein für die deutsche Wirtschaft sein wird, obwohl der Euro-Dollar-Kurs einige Unternehmen belastet.“

Der Wert der importierten Waren kletterte auf 65,5 Milliarden Euro. Das waren 9,0 Prozent mehr als im Juni 2006 und um jahreszeitliche Einflüsse bereinigt 6,7 Prozent mehr als im Vergleich zum Mai. Saisonbereinigt erreichten die Importe einen Rekordwert. Dies zeigt nach Kastens' Worten die enge Verflechtung mit anderen Ländern. „Dort sind Produktionsstätten, die Vorleistungen liefern, die in Deutschland weiter verarbeitet werden.“ Die anziehenden Einfuhren könnten nach Ansicht von Lothar Hessler, HSBC Trinkaus & Burkhardt, auch eine Erholung des privaten Konsums signalisieren.

In die EU-Länder gehen zwei Drittel der Exporte. Im Juni stiegen die Ausfuhren dorthin um 11,3 Prozent zum Vorjahr und kletterten im ersten Halbjahr überdurchschnittlich um 12,6 Prozent. In EU-Staaten außerhalb der Euro-Zone exportierten deutsche Firmen von Januar bis Juni sogar fast 16 Prozent mehr. Die Handelsbilanz schloss im Juni mit einem Überschuss von 16,5 Milliarden Euro. In der Leistungsbilanz stand unter dem Strich ein Plus von 16,6 Milliarden Euro.

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