12,8 Prozen mehr Ausfuhren
Deutsche Exporte sind kräftig gestiegen

Die deutschen Exporte haben im September wegen der robusten Weltkonjunktur wieder kräftig zugelegt. Besonders deutlich wuchs der Handel mit EU-Ländern, die nicht der Eurozone angehören und mit Staaten außerhalb der Union.

HB WIESBADEN. Die Ausfuhren erhöhten sich um 12,8 Prozent zum Vorjahr auf 69,5 Mrd. Euro, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden nach vorläufigen Berechnungen mit. Kalender- und saisonbereinigt war das ein Plus von 2,5 Prozent zum August. Die Importe erhöhten sich um 9,8 Prozent zum Vorjahr auf 54,5 Mrd. Euro. Im Monatsvergleich nahmen die Einfuhren dagegen um 1,2 Prozent ab.

Für die Handelsbilanz ergibt sich daraus ein Überschuss in Höhe von 15,0 (Vorjahr: 11,9) Mrd. Euro. Kalender- und saisonbereinigt lag er bei 14,8 Mrd. Euro. Volkswirte hatten mit 13,1 Mrd. Euro gerechnet.

Die Leistungsbilanz schloss im September nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank mit einem Überschuss von 7,4 (4,9) Mrd. Euro ab. Volkswirte hatten 5,0 Mrd. Euro erwartet. Bei den Ergänzungen zum Warenverkehr (-1,3 Mrd Euro), Dienstleistungen (-4,2 Mrd Euro) sowie den laufenden Übertragungen (-2,9 Mrd Euro) stand jeweils ein Fehlbetrag zu Buche. Beim Erwerbs- und Vermögenseinkommen wurde ein Überschuss von 0,8 Mrd. Euro erzielt.

Volkswirte sagten zu den Daten in ersten Reaktionen:

Christiane Seyffart, Dresdner Bank: „Wir haben nach wie vor eine gute Exportkonjunktur in Deutschland. Der Anstieg ist weiter robust. Das zeigt, dass die Auslandsnachfrage nach wie vor gut läuft und wird auch belegt durch die Auftragseingänge und die Stimmungsindikatoren wie das Ifo-Geschäftsklima. Das ist ein Trend, der sich in die nächsten Monate hineinzieht. Von der Exportseite hat Deutschland gute Unterstützung.

Bei den Importen haben wir monatliche Schwankungen, aber auch hier läuft die Entwicklung eigentlich gut. Dies ist auch ein Zeichen leichter Belebung der Binnennachfrage. Die Investitionen sind angesprungen. Wir hatten eine deutliche Belebung der Konjunktur im dritten Quartal. Die Delle aus dem zweiten Quartal ist überwunden, das ist klar. Wir erwarten für das dritte Quartal ein BIP-Wachstum von 0,5 Prozent.“

Lothar Hessler, HSBC Trinkaus & Burkhardt: „Im Quartalsvergleich dürfte es vom Außenhandel einen Wachstumsbeitrag im dritten Quartal gegeben haben. Wir rechnen mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. In den letzten Jahren hat der Export das Wachstum getragen. Im Augenblick ist die Zusammensetzung des Wachstums in den kommenden Monaten schwer zu prognostizieren, das hängt auch von den Entscheidungen der Politik ab. Wir erwarten für kommendes Jahr ein Wachstum von 0,9 Prozent. Auf absehbare Zeit bleibt aber wohl der Außenhandel die treibende Kraft.“

Alexander Koch, Hypo-Vereinsbank:

„Die Exporte waren wieder sehr stark. Damit haben wir einen sehr großen Sprung im Quartalsvergleich. Da wir keine größeren Preissteigerungen hatten, dürfte der reale Wert hoch sein, im Gegensatz zum Import, wo die Energiepreise den nominalen Wert stark erhöhten. Wir dürften also einen kräftigen Außenbeitrag im dritten Quartal gehabt haben.

Wir hatten sehr schwache Einzelhandelsumsätze, aber wir haben einen positiven Trend bei den Investitionen. Das könnte einen leicht negativen Effekt von der Binnennachfrage im dritten Quartal ergeben haben, der aber vom Außenhandel überkompensiert wurde. Wir rechnen mit einem Wachstum von 0,5 Prozent.

Bis Jahresende haben wir noch die sehr starken Auftragseingänge aus dem Ausland. Das dürfte in den kommenden Monaten zu kräftiger Produktion und Auslandsumsätzen führen. Wir erwarten auch im vierten Quartal einen kräftigen Wachstumsbeitrag vom Außenhandel. Die Exporte in die Haupthandelspartner wie die USA und die alte EU zeigen abnehmendes Wachstum. Wir erwarten, dass mit dem Ende des Hausbooms dort sich die Nachfrage nach deutschen Gütern abschwächt und das die Exporte begrenzt.“

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