144 000 neue Stellen geschaffen
Lage am US-Arbeitsmarkt verbessert

Die Hoffnungen auf ein Anhalten des kräftigen Aufschwungs der US-Wirtschaft ist durch die Lage am US-Arbeitsmarkt im August wiederbelebt worden. Gleichzeitig gab sie den europäischen Aktienmärkten Auftrieb.

HB WASHINGTON. Die Zahl der Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft erhöhte sich nach den Angaben des US-Arbeitsministeriums vom Freitag im August um 144 000. Die Zahl lag damit zwar etwas unter dem von Volkswirten prognostizierten Plus von 150 000 Stellen. An den Finanzmärkten war aber trotz der hohen Schätzung eine Enttäuschung wie in den beiden Vormonaten befürchtet worden. Zudem revidierte das Ministerium den niedrigen Stellenzuwachs für Juni und Juli um insgesamt 59 000 nach oben. Für Juli ergab sich damit ein Anstieg um 73 000 statt um nur 32 000 Stellen. Die Arbeitslosenquote fiel überraschend auf 5,4 Prozent von 5,5 Prozent im Vormonat und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Oktober 2001.

Die europäischen Aktienmärkte reagierten mit Kursgewinnen auf die Daten. In Frankfurt legte der Dax um rund ein Prozent zu. Der Euro gab dagegen zeitweise um einen Cent auf Kurse unter 1,21 Dollar nach; am Rentenmarkt weiteten die Staatsanleihen ihre Kursverluste aus. Analysten halten jetzt eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve im September für wahrscheinlich.

Nach der erkennbaren Abkühlung der Konjunktur in den vergangenen Monaten könnte die US-Wirtschaft nach Einschätzung von Volkswirten ihr Expansionstempo wieder verstärken. „Die Daten deuten darauf hin, dass die Wirtschaft weiter expandiert und die Beschäftigung wächst“, sagte Hugh Johnson, Analyst von First Albany. Der Beschäftigungszuwachs der vergangenen Monate gebe der Notenbank allen Grund, im September den Leitzins zum dritten Mal seit Juni zu erhöhen. Die Fed hatte ihre Niedrigzinsphase im Sommer beendet und den Leitzins zwei Mal um jeweils 25 Basispunkte auf 1,50 Prozent angehoben.

Auch Robert MacIntosh, Chef-Volkswirt von Eaton Vance Management in Boston, rechnet mit einer erneuten geldpolitischen Straffung. Die günstige Arbeitsmarktentwicklung wird nach seiner Einschätzung US-Präsident George W. Bush im Kampf um die Wiederwahl im November nützen. „Die Arbeitslosenquote ist gesunken - das ist etwas, worauf Bush hinweisen wird“, sagte er. Der durchschnittliche Stundenlohn erhöhte sich um 0,3 Prozent auf 15,77 Dollar.

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