2.9 Millionen Arbeitslose

Wachstumsschwäche hinterlässt erste Spuren auf Arbeitsmarkt

Die Wirtschaft schwächelt, viele Unternehmen fürchten eine Auftragsflaute. Inzwischen belastet die Verunsicherung in vielen Chefetagen auch den Arbeitsmarkt – die Dynamik der letzten drei Jahre lässt nach.
Update: 30.08.2012 - 14:17 Uhr 12 Kommentare
Die Zahl der Arbeitslosen ist im August gestiegen. Quelle: dpa

Die Zahl der Arbeitslosen ist im August gestiegen.

(Foto: dpa)

NürnbergDie Wachstumschwäche der deutschen Wirtschaft hat im August erste Bremsspuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen. Insgesamt waren in dem Ferienmonat 2,905 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte.

Dies ist zwar die niedrigste August-Arbeitslosigkeit seit 21 Jahren. Trotzdem fiel der Anstieg im Vergleich zum Vormonat mit 29 000 deutlich stärker als sonst im August üblich. In den zurückliegenden Boom-Jahren hatte die August-Arbeitslosigkeit meist stagniert oder war sogar leicht gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell unverändert bei 6,8 Prozent - nach 7,0 Prozent im Vorjahr.

Zugleich ist der Vorjahresabstand im August weiter geschrumpft: Inzwischen sind bei den Arbeitsagenturen nur noch 40 000 Erwerbslose weniger registriert als vor einem Jahr. Noch im Vorjahr hatte die Differenz zeitweise bei bis zu 350 000 gelegen. Als Hinweis auf die zunehmend geringere Schubkraft der Konjunktur werten Fachleute auch den inzwischen vierten Anstieg der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl in Folge; im August wäre die Zahl ohne jahreszeitliche Sondereffekte zusätzlich um 9000 Erwerbslose gestiegen.

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, räumte am Donnerstag ein: „Die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt lässt nach; es ist jetzt eine Seitwärtsbewegung zu erwarten. Im Vergleich zu unseren Nachbarn ist die Entwicklung trotzdem noch gut. Es ist aber nicht die Entwicklung, die wir uns wünschen“. Hier zeige sich inzwischen das geringere Wachstum der deutschen Wirtschaft.

Eine Trendwende sieht er auf dem deutschen Arbeitsmarkt dennoch nicht. „Die gute Entwicklung verliert nur an Dynamik“. Von den drei Faktoren, die Messlatte für eine Trendwende seien, entwickele sich ein Faktor davon weiter positiv: Die Zahl der Erwerbstätigen.

Bislang keine Kurzarbeit
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12 Kommentare zu "2.9 Millionen Arbeitslose: Wachstumsschwäche hinterlässt erste Spuren auf Arbeitsmarkt"

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  • Produktivitätssteigerungen infolge technologischen Fortschritts erfordern logischerweise ein Wirtschaftswachstum, um die Arbeitsstunden zu halten.

    Wieviel Wirtschaftswachstum, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab und wird in der "Beschäftigungsschwelle" thematisiert.

    ... die Nachfragefinanzierung über die Löhne funktioniert dadurch nicht mehr ausreichend - die "Nachfrage-auf-Pump" wurde dadurch immer wichtiger.

    Das Resultat ist bekannt: Überschuldung.

    ...erst im privaten Sektor, dann im staatlichen.

    Jetzt bleibt noch die Umverteilung von den Profiteuren der Entwicklung zu den Nachfragern bzw. staatl. HH mittels Zwangsabgaben sowie die zentralbankgeldfinanzierte Nachfrage.

    Insgesamt zeigt der Trend auf einen Abbau der Mittelschicht in den alten Industrienationen - und zu einem Aufbau der Mittelschicht der emerging markets.

    Globaler Einheitsbrei - am besten noch mit möglichst viel multi-kulti ist die Vision.

    ... die Reichen sind schon überall gleichreich;
    jetzt kommt die Mittelschicht;
    und die Armen?
    ... die werden überall so kurz gehalten, wie es die lokalen politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten eben hergeben...


    Viel Spass beim Zappeln und Strampeln...

  • wir brauchen dringend Fachkräfte aus dem Ausland!
    Hochgebildete und Sklaven für die Ernte!

  • Die Menschen wollen einfach verarscht werden und so bekommen sie auch was sie verdient haben...das Hackebeil für dumm glotzende Schafe. Seit Hitler hat man nichts dazugelernt....also? Kopf ab!

  • Ursula von der Leyen kann euch das erklären wie die Zahlen
    zusammenhängen bestimmt wieder in einer Talkrunde!

  • Es gibt einfach auch eine wachsende Zahl derer, die gemerkt haben, dass man in Deutschland gar nicht arbeiten muss. Und das auch weidlich ausnutzen. Ohne Sozialhilfe gäbe es nur die Hälfte Arbeitslose.

  • Die Arbeitslosenzahl steigt 'wegen geringerem Wirtschaftswachstum'? Also Wachstum und trotzdem steigende Arbeitslosigkeit? DAS sollte eigentlich ja zu denken geben. Was, wenn erst mal wieder eine auch nur kleine Rezession kommt? Oder anders herum: Ist eine weitere Senkung der Arbeitslosigkeit nur durch steigende Wirtschafts-Wachstumsraten möglich? Na super Aussichten, denn das wird es wohl nicht werden...

  • JA die Arbeitslosen! Wir haben in Deutschland über 5 Millionen.

    Aus der Statistik fallen z.B. raus, die Ein-Euro-Jobber, Altersteilzeit, Existenzgründer, Menschen in einer Weiterbildung sind, Kranke die Arbeitsunfähig sind und Menschen die bei Privaten Arbeitsagenturen gemeldet sind.

    Das sind noch mal ca. 1,9 Millionen.

    Was steckt dahinter?

    Niedrige Arbeitslosenzahlen höhere Kreditwürdigkeit für Deutschland.

  • Wirtschaftsministerium! Hallo?! Das ist keine Überraschung. Das deutet sich seit Monaten an. Gegenmaßnahme? Oder ist man mit 6,8% zufrieden?

    Als Arbeitslosenbeitragszahler wünschte ich mir, dass von den 2,9 Mio. mind. 1 Mio. arbeiten gehen, und der Beitrag zur AV halbiert würde!

  • Auch die Mär der "geschönten Statistiken" wird hier monatlich penetriert...

  • Artikel 20 Absatz 4.des Grundgesetzes erlaubt sogar diesen Aufstand, wenn die Politiker und Justiz die Grundrechten
    massiv verletzen und ausser Kraft setzen:

    (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

    (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

    (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

    (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

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