2004 sollen die Exporte um fünf Prozent wachsen
Exportmotor soll 2004 wieder brummen

Wirtschaftsverbände erwarten im neuen Jahr ein deutliches Anziehen der Exporte. Neben der Konjunkturlokomotive USA soll China die deutsche Wirtschaft in Schwung bringen.

HB BERLIN. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet im kommenden Jahr mit einem Zuwachs der Exporte von 5 Prozent, nach lediglich 2 Prozent 2003. Bei anziehender Weltwirtschaft richteten sich die Hoffnungen vor allem auf die USA, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben am Montag in Berlin: „Durch umfassende Zinssenkungen und Ausgabenerhöhungen dürften die USA 2004 in die Rolle einer „gedopten“ Konjunkturlokomotive schlüpfen.“

Aber auch China werde unter den deutschen Handelspartnern immer wichtiger. „Im Jahr 2004 werden deutsche Unternehmen nach China mit einem Ausfuhrwert von knapp 19 Milliarden Euro fast doppelt so viel wie nach Japan mit rund 11 Milliarden Euro exportieren. Der Handel mit China übertrifft damit den Handel mit Ländern wie Polen und Tschechien.“ Impulse gingen außerdem von einigen westeuropäischen Ländern wie Österreich und Irland, vom Nahen Osten und vor allem von Polen, Ungarn und den anderen Ländern aus, die 2004 EU-Mitglieder werden sollen.

Exporte nach China sollen um 42 Prozent steigen

Die erhofften Trends sind zum Teil bereits im laufenden Jahr sichtbar. Allein im Juli lieferten deutsche Firmen Waren im Wert von 1,8 Mrd. € Euro nach China, 42,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Exporte in südostasiatische Staaten stiegen im gleichen Zeitraum um 20,9 Prozent auf 1,2 Mrd. €, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. „Wir erwarten uns von Asien noch viel für den deutschen Außenhandel“, sagte der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), Anton Börner.

Überdurchschnittliche Zuwächse gibt es auch bei den Exporten in die mittel- und osteuropäischen Staaten. Die Ausfuhren in diese Region stiegen im Juli um 12,1 Prozent auf 7,3 Mrd. €. Dagegen verliert das Exportgeschäft mit Westeuropa an Schwung. „Wir würden uns etwas mehr Dynamik auf dem EU-Markt wünschen“, sagte Börner. Die EU-Länder kauften im Juli Waren für 30,7 Mrd. € bei deutschen Firmen, 4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Weiter rückläufig sind die Exporte in die USA, dem zweitgrößten Handelspartner hinter Frankreich. Im Juli gingen Waren „made in Germany“ für 5,6 Mrd. € in die Vereinigten Staaten, 2,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) äußerte sich unterdessen vor der Handelskammer in Riad optimistisch über eine baldige Überwindung der mehrjährigen Stagnation: „In Deutschland verstärken sich die Anzeichen für eine konjunkturelle Erholung.“ Die stetig wachsende Zuversicht von Unternehmen und Verbrauchern werde untermauert durch einen Anstieg bei Produktion, privatem Konsum und Exporten. Regierungssprecher Thomas Steg nannte die Wachstumsprognose von 2,0 Prozent für 2004 realistisch. Nach Einschätzung des DIHK tragen die erhofften Export-Zuwächse 2004 mit 0,5 Prozentpunkten zum allgemeinen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts bei.

Wechselkursentwicklungen sind unklar

„Achillesferse ist und bleibt jedoch die nach wie vor labile weltpolitische Situation sowie gravierende Unsicherheiten im internationalen Wechselkursgefüge“, warnte Wansleben allerdings. Der in den vergangenen Wochen um 10 Prozent gestiegene Euro-Kurs im Verhältnis zum Dollar dürfe nicht unterschätzt werden, so der DIHK- Manager. Für den Jahresschnitt 2004 sei ein durchschnittlicher Euro- Kurs von 1,15 Dollar angenommen - „1,25 würde für den Export sehr weh tun“. Laut Konjunkturabteilungsleiter Axel Nitschke liegt das USA- Risiko darin, „ob die Konjunktur (dort) überhaupt anspringt“.

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