25 000 Unternehmen befragt: DIHK sieht kräftigen Aufschwung

25 000 Unternehmen befragt
DIHK sieht kräftigen Aufschwung

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer erwartet einen kräftigen Aufschwung, der allmählich auch den Arbeitsmarkt beleben wird. Das ist das Ergebnis der Frühjahrsumfrage. Allerdings könnte die Dynamik gegen Ende des Jahres bereits wieder nachlassen.

HB BERLIN. „Damit springt die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland endlich auf den Zug der Weltkonjunktur auf“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, am Dienstag in Berlin. Seine Wachstumsprognose für 2006 hob der Verband auf 2,0 von 1,5 Prozent an. Die 25 000 befragten Unternehmen blicken so optimistisch in die Zukunft wie seit dem Boomjahr 2000 nicht mehr. Sie erwarten stark wachsende Exporte und sind so investitionsfreudig wie zuletzt vor elf Jahren. Der Abbau von Vollzeitstellen komme zum Stillstand, im Jahresschnitt werde die Arbeitslosenzahl um 200 000 sinken. Allerdings warnte der DIHK, ohne Strukturreformen könne der Aufschwung eine Episode bleiben.

„Die Vorzeichen für 2006 sind so günstig wie seit fünf Jahren nicht mehr“, sagte Wansleben. Die Weltwirtschaft boome immerhin schon seit drei Jahren. „Stärker als bislang macht sich der Exportboom bei den Inlandsinvestitionen bemerkbar - und möglicherweise auch bei der Beschäftigung“, sagte Wansleben laut Redetext. Die Unternehmen hätten ihre Investitionszurückhaltung im Inland abgeschüttelt. Anregend wirkten auch die Fußball-WM und Vorzieheffekte der Mehrwertsteuererhöhung im kommenden Jahr.

Die Talsohle am Arbeitsmarkt dürfte im Jahresverlauf durchschritten werden. Insgesamt lagen die Beschäftigungspläne auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren, immerhin 14 Prozent der Firmen wollen neue Stellen anbieten, während der Anteil der Unternehmen, die Stellen abbauen wollen, auf 20 Prozent sank.

Nachdem bisher vor allem große Firmen von dem Export getriebenen Aufschwung profitiert hätten, erfasse die konjunkturelle Dynamik nun auch den eher binnenwirtschaftlich orientierten Mittelstand. So verbesserten sich bei Unternehmen bis 500 Mitarbeitern sowohl die Geschäftsaussichten, als auch die aktuelle Lage überdurchschnittlich - ein weiteres Indiz, dass der Aufschwung sich verbreitere, erklärte der DIHK.

Auch die Bauwirtschaft, die seit Jahren in der Krise steckt, hofft auf steigende Aufträge von Firmen und Privatkunden. Die Branche verzeichnete die deutlichste Stimmungsaufhellung unter den Wirtschaftszweigen. Wegen steigender Nachfrage nach langlebigen Gebrauchsgütern gab auch der Einzelhandel seine beste Lageeinschätzung seit 2001 ab und blickt erstmals seit 2000 wieder optimistisch in die Zukunft. Der schwache Konsum wirke aber weiter wie Sand im Getriebe der Konjunktur.

Wansleben warnte allerdings, dass der Aufschwung 2006 nur kurz anhalten könnte: „Die angekündigte Mehrwertsteuererhöhung und die Gefahr überzogener Tarifabschlüsse sind jedoch für das Jahr 2007 keine geringe Vorbelastung.“ Anfang nächsten Jahres steige die Belastung für die Wirtschaft um 20 Milliarden Euro. Die Politik sei aufgefordert, die Strukturreformen anzupacken: „Denn noch reden wir von Planungen der Unternehmen, die erst umgesetzt werden müssen, damit die Rechnung wirklich aufgeht.“

Ein weiteres Risiko sei der Ölpreis: „Der Weltkonjunktur droht ein Dämpfer, wenn die Rohstoffpreise mit ähnlicher Rasanz wie im letzten Jahr steigen.“ Während die wirtschaftliche Entwicklung in Asien und Osteuropa Anlass zur Hoffnung sei, könne eine abrupte Aufwertung des Euro die Ausfuhren bremsen.

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